Tag: usability

GoogleMap vs. OpenStreetMap

Nachdem ich heute wieder (und schon einige Male davor) von einer GoogleMap genervt wurde, hab ich mich der Sache mal genauer angenommen. Mit dem Ergebnis: GoogleMap raus, OpenStreetMap rein.

Die GoogleMap verwendete den ganz normalen Google Code wie er auch dokumentiert wurde. Zusätzlich wurden Marker mit Hilfe einer XML-Datei gesetzt.
Diese Dateien sahen dann wie folgt aus:

 <markers>
 <marker lat="49.4575924" lng="11.0890298" icontype="ub">
    <label><![CDATA[Haltestelle Rathenauplatz]]></label>
    <infowindow><![CDATA[U2 Richtung Flughafen/ U3 Richtung Maxfeld]]></infowindow>
  </marker>

  <marker lat="49.445616" lng="11.082989" icontype="ub">
    <label><![CDATA[Nürnberg Hauptbahnhof]]></label>
    <infowindow></infowindow>
  </marker>

   <marker lat="49.4532515110727" lng="11.07860952615738" icontype="bh">
    <label><![CDATA[Bushaltestelle Heilig-Geist-Spital ]]></label>
    <infowindow></infowindow>
  </marker>

     <marker lat="49.45847511506435" lng="11.081940829753876" icontype="bh">
    <label><![CDATA[Bushaltestelle Maxtor]]></label>
    <infowindow></infowindow>
  </marker>

<marker lat="49.45868084" lng="11.0857442" icontype="info">
    <label><![CDATA[Infotheke Webkongress Erlangen]]></label>
    <infowindow></infowindow>
  </marker>
  </markers>

Eigentlich ist die Syntax nicht so schwer begreiflich. Aber die Tücke liegt im Detail. Die Datei wurde von mehreren Kolegen bearbeitet, die überdies nicht in einer homogenen Arbeitsumgebung sind. Einer griff via vi aus der Unixshell drauf zu, der andere via Notepad von Windows und wiederum jemand anders über ein ganz anderes Tool.
Das Problem war: Das JavaScript erwartet eine valide XML-Datei. Sobald jedoch Sonderzeichen nicht mit UTF8, sondern mit einem anderen Charset gespeichert wurden oder jemand anders -in Kenntnis des Problems, dass sein Editor unter Windows nicht in UTF8 zu speicherte- Entities verwendete, wurde die Datei nicht interpretiert und die gesamte Karte wurde nicht gezeichnet.

Die Karte wurde also nur dann erstellt, wenn keine entweder keine Sonderzeichen vorhanden waren, oder diese ganz streng nur in UTF8 geschrieben waren.
Jemand, der nur auf einem Betriebssystem wird nun die Schultern zucken und sagen: “So what?!”.
Aber wer wie ich in einem heterogenen Umfeld arbeitet wird wohl mitfühlen können. Einige Editoren haben nicht einmal eine Konfigurationsmöglichkeit bei der man angeben kann, in welchem Charset gespeichert wird! Die übernehmen dann im Bestfall dass vom Betriebssystem (was auch nicht unbedingt optimal sein muss. Windows-Charset, you know?).
Andere Editoren (Dreamweaver CS3) haben zwar die Konfigurationsmöglichkeit, in UTF8 zu speichern, tun dies aber nur für neue Dateien. Wenn ich damit eine Datei öffne, die bereits im Windows-Murkschar gespeichert ist, läßt es das so wie es ist undich hab trotzdem keine Portierungsmöglichkeit.

Nun ja, lange genug gejammert.

Ich bin schlicht auf OpenStreetMap umgesteigen.
Mit den OpenLayer POI wird das Problem einfach dadurch umschifft, indem man als Quelle für Marker eine Textdatei nimmt.
Mit der Methode OpenLayers.Layer.Text wird diese Datei eingelesen und interpretiert.

Eine Textdatei, bei der man lediglich darauf achten muß, Tabstops richtig zu setzen, stellt für normale User auf alle Fälle eine Erleichterung dar gegenüber einer XML-Datei.

Hier das Ergebnis:
Plan der Umgebung zum Webkongress Erlangen 2010

Die Textdatei sieht wie folgt aus: wke2010-orte.txt

Frecherweise hab ich mich bei den Icons dann aber doch bei der Google Map Icon Library bedient.

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Das eine Tag gefällt mir nicht – weg mit den Tags

Gerade ein Anruf eines Webmasters gehabt: Auf einer dynamischen Webseite auf der FAQs verschiedener Einrichtungen gezeigt werden (PHPMyFAQ) werden Tags erzeugt. Eines der Tags ist dabei dank des Autors (einer gewissen Einrichtung) sehr prominent, also fett angezeigt. Andere Artikel nutzen kaum Tags oder diese falsch und sind daher sehr unscheinbar.
Das ist dem Chef einer beteiligten Einrichtung (bei dem die Artikel gar keine Tags haben) zu fett. Die Folge ist ganz klar: Die Tags sollten insgesamt weg.

ARGH!

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Webdesigns und Zielgruppen

“Kleider machen Leute”.
Dieser Satz trifft auch hier für den Auftritt einer Website zu. Unter Webdesign versteht man die optische Gestaltung einer Webseite mit Hilfe von grafischen Objekten und logischen Strukturen, die auf die Sprachelemente von HTML aufsetzen. Zum Webdesign gehört dabei auch die Art der Navigation durch die einzelnen Seiten der Website und die Nutzung von clientseitiger Sprachelemente und Plugins.

Die Optik und damit auch die Ergonomie einer Website prägen entscheidend den Eindruck, den Besucher von der Site als ganzes haben. So kann der Inhalt noch so gut und Detailgenau sein – wenn die Besucher den Inhalt nicht erfassen oder finden können, sollte über eine Verbesserung des Designs nachgedacht werden.
Doch genauso wie zu wenig Design, ist auch zu viel Einsatz von Design schädlich. Eine Seite mit einer fantastischen Optik mag zwar beim ersten Besuch fesselnd sein, jedoch könnte dies beim wiederholten Besuch nur noch nervend wirken. Ein Webauftritt mit einem guten Design zeichnet sich dadurch aus, dass sich dieses an der Zielgruppe orientiert und intuitiv bedienbar ist. Folgende Tabelle gibt eine Hilfe für die Gestaltung von Websites:

Webdesign in Verhältnis zur Zielgruppe

Thema/Inhalt der Website Zielgruppe Design
Online-Shop Käufer, Reseller, Partner für Merchandising, einige “Stammbesucher” Funktionelles Design.
Die Produktinformationen stehen im Vordergrund. Alle Informationen müssen schnell erreichbar und auffindbar sein. Die Webseiten müssen druckbar sein, oder es eigene Druckfunktion muss vorhanden sein.
Infotainment, Aktuelle News aus unterschiedlichen Themengebieten Fachpublikum, Interessierte, sehr viele Stammbesucher, Presse, Firmenvertreter Konservatives Design.
Content ist wichtiger als Design, jedoch muss Design eingesetzt werden, um komplizierte Zusammenhänge anhand von unterschiedlichen Textformaten und Bildern zu verdeutlichen.
Fachpublikationen und Fachartikel Fachpublikum, wenige aber dafür häufig wiederkehrende Besucher, ggf. Kunden und Headhunter Themennahes, aber konservatives Design.
Ähnlich wie beim Design für Infotainment, jedoch mit stärkerer Betonung auf das Thema. Beispielsweise wird das Design einer Site, die aktuelle Artikel über MacOS bringt, sich diesem in der Optik annähren, so dass ein Wiedererkennungseffekt eintritt und Besucher auf dem ersten Blick erkennen, das sie auf der richtigen Site sind.
Firmeninformationen Firmenkunden, Partner und Presse Präsentables Design.
Hier spielen Aspekte des Marketings eine große Rolle. Das Webdesign muss sich dem Corporate Identity (CI) und der Firmenphilosophie des Unternehmens anpassen.
Persönliche Homepage im Sinne der Eigenpräsentation. (Online Visitenkarten von Prominenten) Presse, Interessierte, viele nur einmal kommende Besucher Individuelles, aber auch präsentables Design.
Das Marketing der Person steht im Vordergrund, jedoch soll dies unter einer persönlichen Note verpackt werden. Die Homepage soll die Kompetenz der Person ausdrücken, sie in einem möglichst guten Licht darstellen.Da die Zielrichtung kein Fachpublikum trifft, kann sich das Design an häufig verfügbare Browser- und OS-Konfigurationen ausrichten. (MSIE und Windows.) “Knallige Effekte”, zum Beispiel mit Hilfe von Flash, werden gerne benutzt.
Persönliche Homepages (Echte private Seiten) Freunde und Verwandtschaft Individuelles Design nach eigenen Vorstellungen.
Meist nur mit den Techniken, die auf dem Rechner des Betreibers vorhanden sind und die dieser gut findet.
Fansites Fans und Interessierten eines speziellen Themen- oder Kulturgebietes Individuelles Design, aber mit Berücksichtigung eines Vorbildes.
Bei personenbezogenen Fansites oft individuelles Design mit ähnlichen Designvorstellungen wie bei den Homepages zur Eigenpräsentation.Bei Fansites, die sich an bestimmte Sachen, wie Spiele oder Personengruppen richten, wird oft das vorhandene Design oder die CI dieses Objekts benutzt. Beispielsweise ist die Optik von Fansites von Computerspielen meist eine Onlineumsetzung der Bedienoberfläche des Spiels.
Online-Kunst Interessierte Unterschiedliches, nicht zuortbares Design.
Websites, die als reine Kunstobjekte erstellt werden, kombinieren meist unterschiedlichste Techniken und Richtungen im Webdesign. Eine Festlegung ist hier nicht möglich.
Communities Jeder Aktives, aufregendes Design.
Bei einer Community soll immer was los sein. Entsprechend soll das Design das Gefühl geben, man sei “zu Hause”, aber gleichzeitig soll es aktiv, dynamisch, vielleicht etwas frech und auf alle Fälle “in” sein. Neuere und viele Techniken werden verknüpft. Es darf alles gemacht werden, die Site darf nur nicht “out” ausschauen. Falls die Community ein festes Thema hat, kann dieses Einfluss nehmen auf die Gestaltung, wie es bei Fansites der Fall ist.

Grundsätzlich sollte man bei der Erstellung einer Website so vorgehen, dass man sich zuerst klarmacht, worum es geht, danach wer angesprochen werden soll und zuletzt wie dies geschehen soll.
Besonders kritisch ist die Erstellung des Designs in den Fällen, wenn es darum geht einer vorhandenen, etablierten Website eine neue Gestaltung zu geben. Wenn sich bei der Neugestaltung einer Site ein Wechsel der Zielrichtung ergibt, wird dies zwangsläufig auch Folgen auf die Besucher haben. Beispielsweise änderte ein großer, deutschlandweiter Kinobetreiber vor einigen Monaten das Design seines Webauftrittes. War das Design vorher funktional hauptsächlich darauf ausgerichtet, schnell auf die Kinoprogramme zuzugreifen, so wurde diese Funktion nach dem Designwechsel in ihrer Bedeutung heruntergespielt. Beim neuen Design dagegen ist das Kinoerlebnis als solches von größerer Bedeutung.
Dementsprechend wurde mit Hilfe vom Flash und JavaScript auch ein Show-Erlebnis initiiert, welches beim ersten Besuch beeindruckend ist. Es wurde also ein Wechsel vollzogen von einer informationellen Website zu einer präsentablen.
Folge: Besucher, die Wert legten auf einen schnellen Zugriff auf die Informationen wurden durch das neue Design verprellt. Das diese ehemaligen Besucher dann in diversen Diskussionsforen im Internet und per E-Mail an den Betreiber ihren Unmut Luft ließen, mochte Einfluss auf das Prestige des Kinobetreibers gehabt haben. Und dies ist etwas, was bei Ihren Kunden nicht passieren sollte!
Jedenfalls so lange nicht, bis dieser Ihre Rechnung bezahlt hat…

Anmerkung:

Dieser Artikel ist ein Auszug/Leseprobe aus dem Buch Internetprojekte von <start> bis </ende>”.

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