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Internet-Kompetenz – Fragebogen für angehende Politiker

Internet-Kompetenz – Fragebogen für angehende Politiker, die auch mal irgendwas mit Medien zu tun haben…

(Aus aktuellen Anlass wurde am 25.1. noch eine Aussage ergänzt).

 

1. Was ist das Web?
[ ] Das hat doch was mit Weben zu tun, oder? Wieso beschäftigen wir uns denn damit?
[ ] Sie meinen das Internet, oder?
[ ] Das hab ich vorhin erst ergugelt, wie ihr jungen Menschen das so sagt: Das Internet (von englisch interconnected network), kurz das Netz, ist ein weltweites Netzwerk, bestehend aus vielen Rechnernetzwerken, durch das Daten ausgetauscht werden.
[ ] Über diese “Datenautobahn” [...] kann der Benutzer, vor allem seit mit der benutzerfreundlichen Benutzeroberfläche “WorldWideWeb” (www) selbst Laien der Zugang mittels “Mouseklick” möglich ist, eine Vielzahl von Diensten in Anspruch nehmen.

 

2. Was ist das Internet?
[ ] Dank Internet können Unrecht, Ungerechtigkeit und Gewalt von Despoten immer weniger unter den Teppich gekehrt werden. Der Begriff der Weltoffenheit hat durch das Internet neue Dimensionen erlangt. So hat das Internet auch längst einen festen Platz in unserer Medienlandschaft erobert. [...] Auch Ihr Verband wirbt mit einer Vielzahl von Projekten intensiv um die künftige Leserschaft. Wir stehen Ihnen dabei zur Seite. Printmedien haben als politische Leitmedien immer auch eine wichtige Funktion in unserer freiheitlichen Grundordnung. [...] Verlegerische Leistungen kosten Zeit und Geld. Deswegen kann ich auch gut verstehen, dass ein Leistungsschutzrecht für Verleger gefordert wird. Deshalb arbeitet die Bundesregierung derzeit an einem Gesetzentwurf, der das Urheberrecht weiter an die Anforderungen einer modernen Informationsgesellschaft anpassen soll.
[ ] Ich hab mich da auch schon mal reingeklickt. [...] Und auf unserer Homepäitsch haben wir ein Programm veröffentlicht über unsere Internetpolitik.
[ ] Der Begriff ‘Internet’ bezieht sich streng genommen auf ein Rechnernetz mit einem bestimmten Protokoll (ip/ tcp=internet protocol/transmission control protocol).

3. Welches ist die richtige Antwort auf die Frage. “Was ist ein Browser?”
[ ] Browser – Was sind denn jetzt nochmal Browser?
[ ] Dies ist ein Fachbegriff. Ich werde gleich meinen Referenten bitten, hierzu einige Informationen bereitzustellen. Wenn Sie mir Ihre E-Mailadresse geben, kann er es Ihnen gleich morgen zu faxen.
[ ] Wir wollten doch eigentlich über die neuen Medien reden, nicht über Teile aus dem Sanitärbereich?
[ ] Ich weiß, dass es da so ein paar Leute gibt, die da so ein Programm entwickelt haben, womit man so mit einzelnen Fundwörter so was finden kann. Aber ich mach das nie so.

4. Welche der folgenden Sätze trifft Ihrer Meinung voll zu?
(Mehrfachnennungen sind möglich.)
[ ] Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein.
[ ] Blogs sind die Klowände des Internets
[ ] Das Internet sorgt für eine Vereinsamung der Menschen. Das kann doch nicht richtig sein, wenn junge Menschen stundenlang vor diesen Computern sitzen und nicht in Kontakt mit anderen ihres Alters kommen.
[ ] Bei der Durchsetzung des Urheberrechts (geht es) nicht um Zensur, sondern einzig und allein darum, Kreative vor Ausbeutung zu schützen

Auswertung:
Sie stehen hinter fast allen Sätzen? Keine Angst! Die CDU/CSU hat patente Lösungen für Sie, um in diesen neuen Welt zurecht zu kommen und die ungerechtfertigten Bedrohungen aus dem Internet zu begegnen. Dr. Hans-Peter Uhl und Wolfgang Bosbach sind Ihre Ansprechpartner.
Im übrigen sind Sie der Meinung, dass dem obigen Fragebogen die Forderung nach Einführung der Vorratsdatenspeicherung fehlt.

Sie sind eigentlich unentschlossen? Die langen Texte sind zu floskelhaft? Und soziale Themen sind garnicht angesprochen? Aber eigentlich ist es zu viel Text und Sie haben genug zu tun. Ausserdem wird die Fraktion Ihnen ja schon sagen, was sie wählen sollen. Der folgen Sie natürlich. So wie auch 2009 dafür und 2011 dagegen oder dafür, oder egal, solange die Bild nur nichts fieses schreibt, oh bitte, liebe Bild, wir sind auch ganz brav. Und es ist gemein uns zu unterstellen, wir haben nichts gelernt! Wenn der Fraktionsvorsitz sagt, dass wir nun so abstimmen sollen, haben wir gelernt, daß man das auch tut und also sind wir jetzt voll dagegen. Äh dafür. Es geht doch um die Kinder!

Ihnen ist diese ganze Umfrage suspekt und Sie wünschen sich einen einfachen Slogan, der auf einen Demonstrationsbanner genug Platz hat und Aktion und Tatkraft ausstrahlt? Der aber gleichzeitig im Falle eines Wahlsieges genügend Interpretationsraum lässt? Damit können wir Ihnen nicht helfen. Vielleicht klicken Sie einfach mal ins Internet. Tipp: Sie müssen dazu dieses komische runde Dinge, das meist rechts von der Tastatur liegt, benutzen. Und sprechen Sie da nicht rein!

Sie haben eigentlich gar keine Zeit, weil tausend Leute pronto was von Ihnen wollen? Müssen aber trotzdem diese Fragen ausfüllen bzw. ganz transparent und vollständig erklären, warum Sie keine Antwort fanden auf eine der obigen Punkte?
Und dies nicht allein in Twitter, Plus, Pad, Blog, Mumble und Wiki? Nein, wenn sie alle zufriedenstellen wollen, müssen Sie diese Erklärungen auch schreiben auf mindestens 5 Mailinglisten (die gesynct werden aufs Forum und News) und mehr noch, müssen Sie sowohl Liquid-Feedback, als auch Limesurvey nutzen um eine allgemeine Meinungsbildung zu ermöglichen. (Limesurvey für die Leute, die Liquidfeedback für datenschutzrechtlich bedenkliches Teufelswerk halten).
Außerdem kriegen Sie gerade die Krise und ihre Augenbrauen zucken, weil im Twitter schon der erste was von #Kompetenzbogengate schrieb?
Keine Angst, durchatmen. Denken Sie an Murphys Law…. ach übrigens, wo bleibt die Stellungsnahme zum … Gate? Wenn diese bis heute früh um 4,15 Uhr nicht da ist, stelle ich einen Antrag!!!elf!! elfzwöl!f!

Wenn Sie keinen der obigen Aussagen folgen mochten und bis hierhin lesen konnten… dann danke ich für die Zeit und den gemeinsamen Spaß.

Einzelne öffentliche Quellen:

Einige der obigen echten und O-Ton-Antworten wurden mehrfach von verschiedenen Menschen verwendet. Insbesondere ein Klassiker ist der Ausspruch, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sein soll. Dieser Satz ist ein Zeichen per Excellence, dass derjenige der den Satz ernsthaft meint, nicht viel davon versteht, warum über gerade redet. Denn gerade in Deutschland ist das Internet überreguliert.

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SOPA: Blackout am 23.1.2012?

SOPA: Facebook, Google und Amazon gehen vom Netz

Ich hoffe, es gibt möglichst bald auch eine offizielle Meinung oder Bestätigung von Google dazu. Weiß +Stefan Keuchel vielleicht schon etwas?

Meine Meinung: Das Thema geht uns alle an! Auch in Europa gibt es in letzter Zeit häufiger Bestrebungen, über den Deckmantel von gutmeinenden Absichten, unangenehme Meinungen und Informationen zu zensieren.
Sollte am 23.1. wirklich ein Blackout der amerikanischen Sites von Google und co kommen, sollten sich auch hiesige Netizens und auch Firmen dran beteiigen.

Um das zu planen und zu koordinieren, wäre aber ein öffentlich bestätigter Termin wichtig.

 

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CSU, IT und Informationsfreiheit

Nachdem Herrmann sich selbst dafür bejubelte, daß er endlich und überfällig der Polizei mehr Stellen für Ermittlungen in der IT gab (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bayerische-Internetpolizisten-sollen-Kriminalitaet-im-Netz-bekaempfen-1403066.html), wäre es jetzt auch mal so langsam Zeit, daß Bayern endlich mal sein Informationsfreiheitsgesetz auf die Reihe kriegt.

Auch da blockiert die CSU ja seit Jahren jeglichen Fortschritt und ignoriert geflissentlich alle positiven Erfahrungen.

Nun ja, Herrmann zeigte ja selbst, daß er auf diesem Gebiet noch 10 Jahre Wissensrückstand hat, garnierte er seine Erfolgsmeldung doch mit dem üblichen Satz, der unisono jeden als Laie deklariert, der ihn ausserhalb von Persiflagen oder Comic nutzt: Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein.

Wenn er also jetzt, fast 10 Jahre zu spät die Bayerische Polizei etwas mehr an Personal gibt (hey, vielleicht werde ich bei meiner nächsten Anzeige zu “Identitätsdiebstahl” nicht verwirrt in der Polizeiinspektion angeschaut?), dürfte man ja erhoffen, daß er nun auch bald auf den Trichter kommt, daß eben auch Informationsfreiheit sinnvoll und wichtig ist. Sogar für die eigenen Beamten.
Wenn die Polizisten, die sich um Internet-Kriminalität kümmern sollen, denn überhaupt ins Internet dürfen und dafür was neueres haben als einen ausgemusterten 386er PC :)
Aber dies ist ein anderes Thema.

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Internet-Aktionen, -Streiks und -Demos 1996 bis 2000

Internet-Aktionen, -Streiks und -Demos 1996 bis 2000.

  • Black-Screen-Aktion (1996/97)
  • Blue-Ribbon-Campaign (1997/98)
  • Internetstreik gegen die dt. Telekom (1998)
  • Protestaktionen und Unterschriftensammlungen gegen die Neufassung des TKG (1998)
  • Unterschriftenaktion gegen die Einfuehrung von Softwarepatenten (1999/2000)
  • Internet-Demonstration gegen Justizministerium (2000)
  • Internet-Demonstration beim LG-Termin FTP-Explorer in Duisburg (2000)

Netzpolitik ist (fast) so alt wie das World Wide Web.

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Internetzensur, Politik und Firewalls

Hadmut Danisch hat vorgestern eine sehr ausführliche und gute Zusammenfassung über die Umstände und Hintergründe der Versuche eine “Internet-Kinderpornosperre” in Deutschland einzuführen geschrieben: Wie die deutsche Internet-Kinderpornosperre zustande kam – und zugrunde ging.

Am Ende schreibt er eine Befürchtung:

Die Befürchtung ist, daß man durchaus einsieht, daß das Internet so nicht effektiv zu filtern ist, und man deshalb versuchen wird, von einem Netz zurück zu einer Sternstruktur zu kommen versuchen könnte, so wie es BTX und AOL waren, und wofür man das Internet – wie oben beschrieben – irrtümlich hielt. Sollte sich die Erkenntnis durchsetzen, daß es gerade diese dezentrale und auf Paketen basierende Struktur des Internet ist, die das Filtern und Sperren so massiv erschwert, könnte das durchaus zu politischen Bestrebungen führen, genau das, wofür man es gehalten hat, herstellen zu wollen. Es gab ja kürzlich schon Vorschläge, die EU abzuschotten. Auch andere Länder wie China und einige islamische Länder trennen ihre Netze von der Außenwelt und reduzieren den Querverkehr strikt.

Ich teile die Befürchtung, daß selbiger Schlag von Menschen, die versuchten eine Zensurinfrastruktur aufzubauen, mit Zentralisierungsbestrebungen reagieren möchten. Und ich bin sicher, es wird auch genug Firmen geben, bei denen gegen Geld alles machbar wäre und die sich die Finger nach solchen Auftrag lecken würden. Diese Firmen werden durch durch Lobbying schon dafür sorgen, daß den Politikern stets ein gewisses Vögelchen unbegrenzte Möglichkeiten ins Ohr flüstert und von tollen Welten erzählt.

Ich hab jedoch die Hoffnung, daß das Potential der Kreativität von vielen Tausend IT-Entwickler größer ist als die Betrebungen von wenigen angestellten IT-Entwicklern auf der dunklen Seite der Macht :)
Als bspw. in Agypten das Netz abgetrennt wurde, dauerte es nur wenige Stunden, bis Umwege in Form von alten Mailboxen gefunden wurden. Und trotz einer Vollblockade in Syrien dringen doch auch Bilder und Videos aus dem Land.

Jede Art von Repression und Firewalls (sowohl im sozialen, im rechtlichen, wie im technischen) funktioniert nur dann, wenn sie Schritt hält mit der Kreativität derer, die Umwege und Alternativen suchen.
Irgendwann tappen die Hüter von Repression und Firewalls jedoch in die eigene Falle: Wenn die Firewalls wirklich ausreichend wirken, dann auch gegen die Leute, die sie aufrecht halten müssen. Und dies hat zur Folge, daß diese Leute selbst technisch, sozial und rechtlich still stehen, während die kreativen Leute weitermachen.
Dies ist auch der Grund warum der Roman “1984″ in meinen Augen nur mehr ein altes Schreckgespenst eines damals bereits kranken Autors ist, der zwar den Aufbau von Unrechtsregimen erlebte, jedoch nicht sah, wie eben solche Regime an ihrer Unflexibilität und Starrheit zusammenbrachen.

Die Evolution im IT-Bereich hat BTX und andere zentrale Ansätze hinweggefegt. Sie bringt Konzerne und Verwertungsgesellschaften mit veralteten Betriebskonzepten ins wanken.
Der immer weiter um sich greifende Gedanke von Open Access (in Deutschland ist der ja leider noch weit hinterher) dringt auch immer mehr in Bereich vor, die andere gern im Hinterzimmer geheim halten wollen.

Ein Artikel wie der von Hadmut Danisch würde vor 20 Jahren undenkbar gewesen.
Zu Zeiten von Strauß und co. müsste er sich dafür wahrscheinlich vor Gericht verteidigen. (Und ich mich dazu, weil ich diesen Kommentar schrieb und “Mitverschwörer” oder “Mitstörer” wurde.).

Von daher bin ich optimistisch.
Aber auch wenn man optimistisch ist, heisst es nicht, dass man naiv dem Treiben einer Machtclique zusehen muss. Es gilt weiter genau das zu tun, was Hadmut Danisch schon getan hat: Die Fakten gehören auf den Tisch und veröffentlicht.

Die Wahrheit ist nicht irgendwo da draußen – sie steckt in den Köpfen von Leuten, die sich noch nicht trauen, sie niederzuschreiben.

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Tschüss FAZ und SZ

Wie SpOn zuerst am 4. Februar und nun heute am 15. Februar aktualisiert berichtete, wehren sich die FAZ und die Süddeutsche Zeitung dagegen, daß kurze Abstrakts ihrer Artikel und Kommentare auf der Plattform Commentarist aggregiert werden um dann zur jeweiligen Originalquelle zu verlinken: Verlage gegen Commentarist – “FAZ” und “SZ” wollen nicht zitiert werden.
Wie im Spiegel Artikel offenbart bewegen sich die Verlage dabei rechtlich gesehen auf überaus dünnen Eis. So verweist der Spiegel Artikel auf das Urteil des BGHs in Sachen Paperboy.

Aus einem weiteren Grund sollten die Auftraggeber und die Juristen der beiden Verlage mal stillehalten und nachdenken:
Beide Verlage liefern eine Datei robots.txt aus. Diese Datei beschreibt, welche Seiten ihrer Webauftritte durch Suchagents indiziert und somit in Suchmaschinen oder Linkportalen auftauschen können und welche nicht aufgenommen werden sollen.

Siehe dazu auch die Screenshots der robots.txt-Dateien von heute:

Bei beiden Verlagen zeigen die Dateien genau definierte Regeln auf und enthalten also keinesfalls irgendwelche Defaultwerte, die bei der Installation eines Webauftritts möglicherweise vorgegeben sein mochten. Kurz gesagt: Die Verlage haben ganz genau definiert, welche Dokumente für welche Robots für die Indizierung verboten sind und welche nicht. In beiden Fällen haben die Verlage die Indizierung der Artikel also aktiv erlaubt.
Einerseits die Verlinkung zu erlauben, andererseits gegen die Verlinkung vorzugehen, zeugt offensichtlich von einer irrationalen Vorgehensweise.

Aber andereseits – Das was die Verlage da wollen ist ohnehin schon irrational:

Das Zitationsrecht ist ein Recht, welches gerade auch für Nachrichtenmagazine existentiell sind. Das nun Verlage das Zitationsrecht einseitig einschränken wollen, hat meines Erachtens etwas den Hauch der Sinnbefreiung in sich. Niemand sägt an dem Ast, auf dem er sitzt.

Ich für meinen Teil sehe jede Links und Zitation als Kernelemente des Internets an. Es gibt aus dem Bereich der Wissenschaft einen Spruch: Wer nicht publiziert, den gibt es nicht.
Dabei ist die Publikation jedoch nur die Hälfte der Wertschöpfung. Relevant wird ein Werk durch Verweise auf das Werk, durch Fußnoten und durch Zitate.
Ein Text, der keinerlei Referenz bekommt und der nicht zitiert wird, wird nicht nur in der Wissenschaft als unwichtig, falsch oder qualitativ gering angesehen, man wird auch von Suchmaschinen in der Relevanzbewertung bestraft.

Hält man sich dies vor Augen, ist das Verhalten von FAZ und Süddeutsche nicht allein irrational, sondern nahezu selbstmörderisch.

Aber nun denn.
Das Internet ist frei und groß. Und Toleranz gegenüber seltsamen Meinungen sollte -wenn diese Meinungen wiederum nicht das Recht anderer zu sehr einschränken- durchaus gelten.

Die FAZ und die Süddeutsche wollen nicht verlinkt und nicht zitiert werden. Ich für meinen Teil werde dieses Ansinnen, auch wenn es abstrus ist, Folge leisten: FAZ und Süddeutsche werden für mich im Google News nicht mehr auftauchen, so daß ich nicht mehr aus Versehen einen von diesen ungeliebten Zitat sehen werde und auch nicht mehr aus Versehen über den Newsaggregator dort lande.

Wie dies geht, zeigt das Screenshot:

Im angemeldeten Zustand klickt man oben rechts auf Einstellungen. Man wählt in der Auswahl danach Sucheinstellungen aus. Danach kommt man auf das Formular, welches vom Screenshot angezeigt wird. Im Eingabefeld Weniger Beiträge von kann man die Webadressen der Verlage eingeben. Google erkennt diese dann auch schnell von selbst.
Ggf. werde ich noch die Adressen beider Verlage in meinen AdBlocker eintragen.

Nachdem man dies getan hat, wird man in Zukunft von unerwünschten Beiträge weitgehend verschont.

Daher sag ich nun: Tschüss FAZ und SZ, ich werde euch wahrscheinlich nicht vermissen. Wahrscheinlich werde ich von eurer Geschäftsaufgabe allenfalls wieder in anderen Nachrichtenmedien lesen. Nachrichtenmedien, die im heute angekommen sind. Die nicht in veralteten Geschäftsmodellen behaftet blieben und euch mehr und mehr Leser und Abonnenten abnehmen werden. Zu recht.

Ach übrigens: Dieser Artikel führte durch die Verlinkung zu einer Relevanzsteigerung von Spiegel Online bei Suchmaschinen. Spiegel Online erhält durch eine bessere Relevanzbewertung bei der Ausgabe der Trefferlisten eine bessere Position gegenüber anderen Nachrichtenmedien. Und damit mehr Leser. Und damit mehr Einnahmen durch Bannerwerbung und möglicherweise Abonennten.
Ob Spiegel Online sich dafür bei FAZ und Süddeutsche bedanken wird? ;)

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Das 1&1: Blog Das Ende der freien Kommunikation im Internet?

Im 1&1-Blog wird Stellung genommen auf den offenbar realitätsfernen Entwurf zur Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV-E):
Das Ende der freien Kommunikation im Internet?
1&1 sieht das ganze offenbar auch als ziemlichen Murks an und schreibt als Fazit: “Das Änderungsvorhaben sollte verworfen werden.”

Lesenswert ist die komplette Stellungsnahme die den ganzen Entwurf auch juristisch zerpflückt:
Stellungsnahme von 1&1 zur Novellierung JMStV-E

Insgesamt schön, daß 1&1 sich hier so klar äußert. Auch wenn es ebenso klar ist, daß 1&1 sich in die Stellung der “guten” Provider eingliedern möchte um so mehr Kunden zu gewinnen.

Nachdem auch die anderen großen Provider mit der ganze #Zensursula-Geschichte, also durch die unausgegorenen PR-Maßnahmen einer Politikerin, ebenfalls für nichts auf Kosten sitzen geblieben sind, werden diese aber wohl auch nicht viel anders denken.

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Halbgares

Aus den Koalitionsverhandlungen der CDU/FDP erging gestern eine dpa-Meldung über einige Eckpunkte.

So soll u.a. das Zugangserschwernisgesetz erstmal nicht in Kraft treten und stattdessen eine andere Variante erprobt werden.
heise.de: Internetsperren sind vorerst vom Koalitionstisch [2. Update].

Aber letzlich muss man hier sagen, sind viele Aussagen von Stellenwert nicht mehr als bloße Gerüchte. Denn es kommt schlieslich auf die Taten an und nicht das Getöse drumherum.
Was die Umsetzung angeht, gibt es ohnehin einige Fragezeichen, da das Gesetz ja bereits auf dem Weg ist. Vgl. auch: Internet-Law: Nichtanwendungserlass für das Zugangserschwerungsgesetz

Netzpolitik schreibt daher auch:

Ganz obendrein ist die ganze Sache noch gar nicht durch. Erst die Spitzenrunde der Koalitionsgespräche wird über alle Ergebnisse final entscheiden und vielleicht noch an der einen oder anderen Stelle Änderungen verlangen.

Ebenso sollte nicht vergessen werden, daß es seitens diverser wirtschaftlicher Interessengruppen der Wunsch nach den Einstieg in reglementierenden Maßnahmen gibt. Maßnahmen nämlich, die helfen veraltete Geschäftsmodelle am Leben zu erhalten.
So ist auch die Medienindustrie in Frankreich und in der EU mit Lobbyisten sehr rührig dabei entsprechende Gesetzesvorhaben zu lancieren.
Dieselben Lobbyisten werden die Koalitionsverhandlungen ebenfalls sehr aufmerksam beobachten und sicherlich versuchen, ihre Interessen insgeheim doch noch durchzusetzen. Und sei sei es mit einer Finte eines vermeintlichen Nachweises, daß es nicht anders geht. (In anderen Worten: Sollte es dem trägen BKA-Apparat mit einer kleinen Handvoll überarbeiteter und nicht praktisch unterstützen Beamten nicht gelingen, Löschen statt Sperren durchzusetzen, wird dies als Argument pro Internet-Zensur anführen).

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Rechtsfreier Raum Realität – Beispiel 3: Vermietung

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Haus, Wohnungen, oder eine Immobilie, welche Sie vermieten.
Es muss nichts großes sein. Es macht keinen Unterschied, ob es nur ein Dachzimmer ist, welches Sie an einen Studi vermieten oder eine Wohnanlage.
In der Realität haben Sie einen Mietvertrag in der einige grundsätzliche Dinge geklärt sind.
Natürlich nicht geregelt, weil nicht legal, wären Dinge, die in die Privatspähre des Mieters eingreifen.
Und das ist ja auch gut so.

Im Internet dagegen sieht die Sache ganz anders aus.
Als Vermieter würden Sie im Internet die Rolle eines Webspace-Providers einnehmen.

Im Gegensatz zur Realität gibt es hier jedoch viel weniger Privatsphäre für den “Mieter”.
Stattdessen verpflichtet Sie der Staat -sofern Sie entsprechend groß sind- alle Zugriffe zu speichern.
Das läßt sich vergleichen, als ob Sie in der Realität gezwungen werden, jeden Besucher des Mieters zu protokollieren. (Dieses gab es in der Realität auch wirklich schon. Diese Zeiten sind jedoch glücklicherweise vorbei!).

Im Internet haben SPD und CDU sie jedoch in Form der Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt.

Wie auch immer man dazu steht – es ist noch nicht alles: Angenommen Sie haben ihren Hauswart angestellt, der jedes kommen und gehen festhält, haben Sie es gleichzeitig mit dem Datenschutz zu tun. Denn dieser sagt, daß persönliche Daten nicht einfach aufgezeichnet werden dürfen.
Streng genommen muss also ihr Hauswart jeden, der in das Haus kommen und jemand besuchen will, erst fragen, ob er mit der Speicherung einverstanden ist. Wenn er das nicht ist, dürfen Sie ihn aber nicht etwa abweisen, sondern müssen ihm die Möglichkeit einräumen, auch ohne Protokollierung reinzukommen.

Wie dieses Dillema gelöst werden soll, liegt an Ihnen.

Ach ja: Für die Kosten der Protokollierung müssen Sie weitestgehend selbst aufkommen.

Siehe auch:

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Das Internet sollte stärker reguliert werden: Thesenvergleich

Auf wen-waehlen.de gibt es eine sehr schöne PRO-/CONTRA-Gegenüberstellung der Thesen zur Frage ob das Internet stärker zu regulieren sei oder nicht:

Thesen: Pro und Kontra der Kandidaten

Könnte es sein, daß die Länge der Antworten etwas darüber aussagt, wieweit sich die Betreffenden mit der Materie (vor Beantwortung der Frage) überhaupt beschäftigt haben?

Allerdings stößt mir auch bei den CONTRA-Antworten negativ auf, daß viele dort keine eigene Antwort geschrieben haben, sondern ganz offensichtlich einen vorgegebenen Text nachplappern, der bis auf Punkt und Komma identisch ist. So fängt bei den Grünen die Antwort fast unisono so an:

Wir wollen ein freies Internet. Das Internet ist aber kein rechtsfreier, und erst Recht kein bürgerrechtsfreier Raum. Bundes-Trojaner, Internetsperren oder Vorratsdatenspeicherungen lehnen wir strikt ab

Wenn leute einfach nur vorgesetzten Text ablesen, halte ich das für verdächtig. Auch wenn der Text gut klingt.

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