Mona Harry: Liebeserklärung an den Norden

Weil es so schön ist, binde ich hier mal dieses Video ein.

„Mona Harry trug beim Poetry Slam 2015 im Medienatelier Deggendorf (in Bayern) dieses Liebesgedicht an den Norden vor – authentisch, klar, schnörkellos und offensichtlich mit vielen Glückshormonen.“

Mona Harry ist eine Künstlerin, die unter www.monaharry.de und auf Facebook unter der Seite MonaHarryPoetry zu finden ist.

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Fürs Archiv: Themenchat mit GvG, Abmahnwelle und Netizens

Wenn man seine Wohnung aufräumt – meist um etwas spezielles zu suchen – findet man viele Dinge, die man verloren geglaubt hat oder die man längst vergessen hat.

In meinen Fall hab ich gerade meine Projekt-Verzeichnisse aufgeräumt und dabei auch einen besonderen Schatz aus der deutschen Netizengeschichte gefunden, den ich nicht der Vergangenheit anheimfallen lassen möchte.

Am 11. Juli 2002 organisierte ich einen Themenchat mit einigen damals bekannten Playern der Netzszene. Einige der Nicknamen dürften auch heute noch bekannt sein.
Bei diesem Themenchat führte ich sozusagen Feuer und Wasser zusammen, nämlich den damals berüchtigten Anwalt Günther von Gravenreuth und die Gründerin der Plattform Abmahnwelle e.V.

Das Protokoll stand damals nur als HTML- oder als Textdatei zur Verfügung. Hier ist es als PDF: Themenchat_11072002

Blutdrucksenkender Hinweis an Datenschützer: Der Themenchat war öffentlich und wurde damals auch schon entsprechend verbreitet. Die Teilnehmer wurden bereits vor dem Chat über die Öffentlichkeit informiert (war ja der Sinn der Sache) und waren damit einverstanden.

 

 

 

 

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Blogstöcken: Die Klärung alkoholischer Fragen

Mir wurde mal wieder ein Blogstöckchen zugeworfen.

Dieses mal von Drachenrose, welche selbst offenbar nicht ganz glücklich damit war, aber nach einem ganz kurzen Disclaimer dann doch darauf einging.

Es handelt sich um ein Thema, über welches man so öffentlich ungern spricht. Erst recht in Zeiten wo alles was man irgendwie im Internet oder auf anderen vernetzten digitale Medien schreibt, weiter verbreitet, analysiert, gespeichert und in anderen Kontexten wiederverwendet werden kann. Leicht hat man heutzutage Angst, dass diese Informationen, die man von sich preis gibt, missbraucht oder missverstanden  werden können.

Als Netizen sehe ich diese Möglichkeiten genauso. Ich weiß genau, dass alles was man schreibt und tut, was man publiziert oder was andere über einen publizieren außerhalb der eigenen Kontrolle gerät. Aber im Gegensatz zu vielen anderen, die der Meinung sind, man müsse sowohl sich als auch andere zum Schutze verstecken und über restriktive Datenschutzgesetze alles verbieten, sehe ich die Chancen des Internets viel mehr in der Öffentlichkeit, in der Transparenz und dem freien Wissensaustausch.

Und speziell in Rahmen des Selbstbildes im Internets sehe ich nicht das Verstecken und das Verbieten als Lösung, sondern das Offenbaren und damit das eigenständige (mit)gestalten und formen der eigenen virtuellen Präsenz. Wer sich versteckt, überlässt Vermutungen, Gerüchten, Glauben und Unterstellungen den Raum.
Was allerdings nicht bedeutet, dass man nur positive Propaganda betreiben sollte. Diese wäre, ob der all zu glänzenden, makellosen Präsenz  zum einen unglaubhaft, zum anderen aber -und dies sehe ich als viel wesentlicher an- in der Wirkung so wie eine Zwangsjacke, in der man sich selbst gebunden hätte: Man könne nichts mehr sagen, schreiben oder publizieren, weder Wort noch Bild noch Video noch Gedanke oder Kunstwerk, was in irgendeiner Form politisch inkorrekt, kritisch oder missverständlich wäre…

Jeder von uns ist Mensch. (Naja, noch. Wer weiß, wer, was und wie einstmals diesen Text erfassen wird?)  Menschen haben Kanten, sie haben Gefühle; sie hassen, sie lieben, sie verachten, sie verehren, sie verzweifeln, sie erheben ihre Herzen. Wir machen Unsinn, wir machen kreatives. Wir sind auf der einen Seite liebenswert, auf der anderen Seiten sind wir Idioten vor dem Herrn.

Wer all dieses ausblendet um nur die eine schöne Seite zu zeigen, nimmt sich selbst ein Teil seines Wesens. In dem Buch „Earthsea – Die Saga von Erdsee“ findet sich Abschnitt, in der ein junger Magier namens Ged mit einem dunklen, mörderischen Schattenwesen konfrontiert wird. Letztlich versteht und akzeptierte Ged, dass der Gebbeth nicht sein Feind, sondern die Personifikation seiner eigenen dunklen Seite war.

Die Frage ist also nicht, ob wir gute Menschen sind oder böse. Wir alle tragen beides in uns: Gutes und Böses. Wir möchten zwar gern von allen geliebt und geschätzt werden, aber dies ist nur unserer eigenen Angst und Eitelkeit geschuldet.  Angst, dass wir nicht geliebt werden und allein sind; Eitelkeit, weil wir uns durch Ansehen, Ehre und Ruf als Besser als andere Menschen sehen.
Doch eigentlich alles eine Form des Kopfkinos. Was andere von uns denken ist immer etwas anders als wie wir uns selbst sehen. Und was andere von uns sehen ist immer auch davon geprägt was diese sehen wollen und in welchen geistiges Filtern sie es stellen. genauso wie auch wir die Welt und andere Menschen in unserem Geiste filtern und werten und so ein neues Bild schaffen.

Und damit kommen wir wieder zurück auf das Netz: Es ist völlig normal und richtig, dass andere Menschen Informationen von uns auf eigenen Weisen erfassen, filtern und daraus sich selbst ein Bild von uns schaffen. Ein Bild, welches völlig anders ist als das, welches wir erwarten und wahrscheinlich auch anderes ist als wie wir es gern haben würden.
Der derzeit grassierende Aluhut-Datenschutz will dies verhindern. Er will nicht nur das (vermeintliche) Recht auf Vergessen, er will auch filtern, moderieren und zensieren.

Dadurch nimmt dieser Aluhut-Datenschutz den Menschen eines der wichtigsten Dinge überhaupt: Das eigene, freie Denken. Das Recht, andere zu erleben, zu (be)werten und mit eigenen Augen zu sehen.

Ich bin abgeschweift. Am Anfang machte ich einen kurzen ironischen Schwenk, indem ich schrieb, dass Drachenrose nur einen „kurzen“ Disclaimer schrieb. Natürlich war er lang und ausführlich; Er war ehrlich und voller Gefühl.  Und nun tu ich das gleiche.

Wie auch der abrupte Wechsel vom Disclaimer zum eigentlichen Thema. Die Fragen des Blogstöckchens. Also los. Nun mal Butter bei den Fischen.
Es sind Fragen, die etwas mit Alkohol zu tun haben.

Frage: Was ist dein liebster Drink?

Mit Drink meint man ja meist nicht einfach irgendein klares Getränk, sondern ein Gemix.  Da hab ich keines. Wenn allerdings gemeint ist, was ich am liebsten trinke an alkoholischen Getränken, so wäre die Antwort, ein Bier, nämlich Jever Herb. (Muss allerdings die richtige Temperatur haben). Wenn die Temperatur (sowohl des Bieres als auch draussen) nicht passt, mag ich gern ein unfiltriertes helles Storchenbier.

 

Frage: Wann hast du das erste mal Alkohol getrunken?

Das weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr so genau. Am Bier des Vaters nippen oder zu einer Feier mal einen einzigen kleinen Schnaps bekommen, war eigentlich recht früh. Vielleicht mit 14?

Man muss dazu sagen, dass ich 1. kein Stadtkind bin und 2. aus Norddeutschland komme. Und gerade in Norddeutschland, auf den platten Land, gehört Schnaps oft dazu. Nicht zum schnellen besaufen, sondern im Rahmen von Feiern und ganz normalen Treffen.

Frage: Welchen Drink hast du am meisten bereut?

Da gibt es so keinen. Wohl aber kann ich eine Kombination von verschiedenen Alkoholika nicht vertragen. Von Rotwein bekomme ich Kopfschmerzen.

Wenn es Getränke gibt, die auf meiner Ekelskala stehen, sind dies Karottensaft und Vanilla-Cola.

Frage: Bar oder Kneipe?

Weder noch. Es kommt auf die Situation an. Im Sommer ist es am Berch in Erlangen am Schönsten. Nicht etwa zur Zeit der Bergkirchweih, sondern wenn diese längst vorbei ist und man dann dort unter den Erlenbäumen einen schönen abklingenden Tag genießen kann.

Frage: Champagner oder Schaumwein?

Beides Bäh.

Frage: Mit wem würdest du gerne trinken?

Das eine hat mit den anderem nichts zu tun. Mitunter ist es Beispiel auch wichtig, mit Leuten ein Bier oder ein Kaffee trinken zu gehen, mit denen man im Clinch liegt. Wenn nämlich Mails, Telefon und andere Wege versagen um zum Frieden zu kommen und dieser auch im Interesse von anderen liegt für die man verantwortlich ist, dann ist eine Verabredung unter 4 Augen um mal ein Bier oder Kaffee zusammen zu trinken um dort einige Dinge außerhalb der Arbeit oder des politischen Umfeldes zu klären, ein wichtiges Mittel.

Aber die Frage ging woanders hin. Die Antwort darauf wäre banal:  Ich bin gern mit Leuten zusammen, mit denen ich gut kann. Ob und was wir dabei trinken ist dann doch egal.

Frage: Bei wem würdest du gerne trinken?

Noch so ne Frage wie oben. Die Antwort dürfte eigentlich der obigen entsprechen.

Frage: Wie sieht deine Home Bar aus?

So etwas hab ich nicht.

Frage: Beschreib deine Eiswürfel.

Im Kühlschrank gibt es so eine Plastikform, in der ich oder meine Frau dann mal Mineralwasser füllten. Inzwischen ist das von Eis überwachsen…

Frage: Was ist deine Gin-&-Tonic-Empfehlung?

Pfui deibel!

Frage: Wie bekämpfst du deinen Hangover?

Ich lass es nicht so weit kommen. Bei der Bundeswehr hab ich gelernt wo meine persönliche Grenze ist. Diese möchte ich nicht (wieder) überschreiten.

 

An dieser Stelle enden die Fragen und ich müsste nun obligatorisch das Stöckchen an andere weiter reichen. Dazu könnte ich dann Leute nennen. Dies müssten es dann tun oder auch nicht oder sich was ausdenken und schreiben. Oder auch nicht.

Ich tue das aber jetzt nicht, sondern lege das Stöckchen hier einfach virtuell hin: Wer auch immer die obigen Fragen beantworten möchte oder auf dieses geschrieben eingehen möchte, möge es gern tun. Seit frei und bleibt frei. Egal, was andere von euch denken. Denn das ist nicht wichtig.  Wichtiger ist, dass wir das richtige in diesen oder anderen Leben tun und dahinter stehen.

 

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Kommentar zur Facebook-Debatte

Es gibt immer mal wieder Debatten und Forderungen, dass man Facebook oder andere Social Media Plattformen nicht nutzen solle, weil dort Daten missbraucht werden. Ich denke, diesen Forderungen liegt eine wesentlich falsche Auffassung vom Internet zugrunde.

Alles was man im Internet schreibt, speichert oder ablegt, kann und wird von anderen gelesen, gespeichert, remixt und weitergegeben werden. Das liegt in der Natur des Internets. Das ist Grundlage der Existenz des Netzes, es schafft neues Wissen, Kunst, Kultur und Moral.
Das vermeintliche Recht auf Vergessen ist in diesem lebenden Netz eine Fehlerquelle, die früher oder später wieder deroutet wird.
Es spielt gar keine Rolle, auf welcher Plattform man sich da nun bewegt. Das obige gilt für alle offenen Plattformen. Es gilt meines Erachtens auch für Webserver und deren Logfiles. Ja selbst für die IP-Adressen und Browser-Fingerprints.
Letztlich empfehle ich auch all jenen, die mit oberlehrerhaften Mahnung die Nutzung von Facebook und co. anprangern einmal folgenden Text eines Jugendlichen:
Früher waren wir bei Facebook unter uns. Doch seitdem auch Eltern und andere Verwandte es für sich entdeckt haben, teilen wir Bilder von der letzten Party nicht mehr gern in unserer Timeline. Auch weniger verfängliche Dinge posten wir nicht – einfach nur, weil wir wissen, dass unsere Eltern es sehen könnten.

Es wäre auf der Linie der Altparteien das was man nicht kontrollieren kann, zu verbieten. Wer Präsenz auf Facebook verbietet kann sich auch vom Internet verabschieden und vertritt kein Netizen mehr. Ich verbiete doch auch Menschen kein Online Banking oder halte diesen moralisch geprägte Predigten, weil die Banken Deals mit der Schufa AG machen. Genauso wenig würde eine Partei oder eine Organisation auf die Idee kommen, keine Bankkonten mehr zu führen.

Wogegen allerdings vorzugehen wäre, sind die Datendealer bzw. der Datenhandel. Dadurch, dass ich einer Plattform -oder eben meiner Bank- die Erlaubnis erteile, meine Daten zu Prüf- oder Informationszwecken zu nutzen, sollte nicht auch die Erlaubnis erwachsen können, dass Datenhändler fast ungehemmt eben solche Daten an weitere Parteien weiter verkaufen ohne dass ich davon erfahre. Dagegen wäre vorzugehen.

Meine Forderung und meine Meinung ist und bleibt: Unbeschränkte Freiheit für das Netz und für dessen Daten. Kontrolle jedoch für die Datenweitergabe an und durch Dritte.

Dies kann meines Erachtens durch eine „Userdata-Lizenz“ geschehen. Wie auch beim Urheberrecht auf kreative Werke, sollte es ein automatisch wirksames und nicht ablaufbares Datenrecht auf persönliche Daten geben. Dieses Datenrecht soll es ermöglichen, dass Menschen selbst über die Weitergabe an Dritte bestimmen und auch daran Lizenzgebühren geltend machen können.

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