Agenturen aus der Hölle – Teil n+1: Der Cache

Mal wieder ein Burner aus der Reihe „Agenturen aus der Hölle“.

Eine Tragödie in vier Akten.

  1. Ein Kunde von uns (wir sind eine Art Provider) wird von einer Agentur über den Tisch gez… äh.. wohlwollend und gutmeinend beraten ein anderes CMS zu nehmen, als das welches wir vorinstalliert und kostenfrei bereitstellen.
  2. Die Agentur holt sich den Auftrag. Denn eines können sie gut: Überzeugen. Und sie tun dann Dinge.
  3. Nun erhielten wir eine E-Mail mit der Forderung, wir mögen doch bitte den Cache ausschalten. Wenn man die Seite aktualisiert und dann im Browser neu läd, sähe man die Änderungen nicht sofort…Hintergrund: Wir cachen da nicht, haben auch keinen Zwangsproxy für unsere Kunden. Der Loadbalancer, der die Seiten von den Apaches ausliefert, speichert ebenfalls nicht zwischen.
  4. Der Webadmin schaut sich also das Webroot des Webauftritts an. Und findet das, was zu erwarten war:
    Das CMS, das von der Agentur empfohlen, selbst installiert und gewartet wird, hat ein Verzeichnis Namens „cache“, in der sich bereits mehrere Dutzend nicht bereinigte Unterverzeichnisse mit alten Inhaltskopien befinden.

 

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Webdesign vs Grafikdesign im Web

Ein nicht ganz ernsthaft (oder doch?) gemeinter Einwurf in der Debatte zu Webdesigner vs. Printdesigner.

Weil es gerade so schön passt und die Darstellung mehr sagt als tausend Worte:  Dies kommt von einem Webdesigner (Marc Hinse):  http://apollon.de/produkte/news2/. So was kommt von einer klassischen Grafik-Agentur: https://www.nuernberg.de/.

Man scrolle in beiden Fällen einfach runter und/oder ändere die Bildschirmgrößen. Ich sehe den Unterschied so:

Apollon.de:
Interaktiv, Responsiv, emotional den Leser ansprechen und bedienen

vs.

Nuernberg.de:
Statisch und „beamtisch“ den Leser abservieren

Erstes kann man nur machen, wenn Webdesigner und Webentwickler in einem engen kontinuierlichen Prozess zusammenarbeiten (weil man die Animationen und das interaktive Verhalten nicht so einfach im Photoshop nachbilden kann) .
Und selbst wenn es einem Photoshop-Schabloneur gelingt, hier streckt er dann die Waffen: http://siebennull.com/ (Klick auf die runden Bilder)

„Webdesign vs. Print“ bzw. Grafikdesign verhält sich etwa so wie „Lackierer vs. Maler“:

Man kann durchaus sein Auto zum Maler bringen.
Aber sobald er ein Gerüst anschleppt oder fragt, ob man Aquarelle mag, sollte man lieber auf den Wagen des Nachbarn zeigen und sich schnell verkrümeln.

 

Und hier ein paar ernsthaftere Texte zum Thema:

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Piwik im Redaktionseinsatz

In vielen Anfragen von verschiedenen Redaktionen wird um die Bereitstellung der Software Piwik gebeten. Doch liefert Piwik einen echten Mehrwert oder wird es doch nur zu einem Schwanzlängenvergleich genutzt?

Es wird zwar immer behauptet, man benötige es zur Messung der Reichweite von einzelnen Artikeln oder Kampagnen – aber in der Praxis erfolgt danach dann doch kein Rückfluss in Form einer Verbesserung des Redaktionsworkflows oder einer Optimierung der Inhaltsgestaltung.

Der oftmals begründete Zweck der Maßnahme ist ja, dass man sich redaktionell anhand des statistischen Feedbacks verbessern könne.
Dieser Zweck wurde jedoch bisher in keinen der von mir beobachteten Redaktionen tatsächlich umgesetzt. Egal ob ein Artikel gute oder schlechte Wertung oder Verbreitung fand – es hatte nie einen merklichen Einfluss darauf, was die Redaktion publizierte oder wie sie es tat.

Unterm Strich lässt sich feststellen, dass die Statistik überwiegend doch nur zum „Schwanzlängenvergleich“ verwendet wird. Oder eben, damit der Redaktionsmitarbeiter zeigen kann, wie erfolgreich er oder sie ist.

Da es oftmals eher qualitativ mittelmäßige Redaktionen sind, reichen die Grafiken & Daten von AWSTATS und Webalizer nicht, da diese nicht sexy genug aussehen um sie weiterzugeben. Aus den Grafiken & Daten dagegen eigene schöne Grafiken zu gestalten,  würde jedoch Arbeit bedeuten und erfordern, dass man eine Infografik gestaltet.

Da ist die Alternative doch viel leichter, „die Techniker“ mögen mal eben Piwik und co installieren und fortan mit eigenen Mitteln pflegen und warten (natürlich umsonst).

Das gilt auch für Statistiken aus Newsletterversand. Hier wird ja mit selber  Argumentation oft behauptet, man bräuchte einen professionellen Dienstleister wie bspw. Cleverreach, anstelle einer simplen Mailverteilerliste.

Wie nun damit umgehen?

Als IT-Dienstleister wollen wir natürlich, dass unsere Kunden das bekommen, was sie brauchen. (Was nicht immer dasselbe sein muss, wie das was sie wünschen).
Gleichzeitig muss es effizient und nachhaltig einsetzbar sein. Daher empfehle ich die Beantwortung der Frage „Piwik – ja oder nein?“ mit Hilfe einer Kostenrechnung.

Die Bereitstellung von PiWik ist immer mit Kosten verbunden, auch wenn diese für sich genommen minimal sind:

  • Zeitkosten zur Verwaltung (Abklärung mit dem Datenschutzbeauftragten / Zugangsberechtigungen; ggf. alle paar Monate neu anzupassen / Dokumentation)
  • Regelmäßige Updates der Software
  • Bereitstellung eines (virtuellen) Servers für Piwik und dessen Datenbank
  • ggf. Nachoptimierung der Skripten aufgrund von Performance-Einbußen auf der Website, die Piwik einbinden soll. (Erinnerung: Webseiten sollten binnen 400 ms ausgeliefert sein).

Bei uns „kostet“ ein virtueller Server an die 1000,- Euro pro Jahr. Bei einer Standardinstallation, die ein Standard Apache und einen Standard MySQL enthält.

Die Installation der Software über Paketierungsdienste geht relativ fix, muss aber dennoch gemacht werden. Ebenso der Update, bei dem man regelmäßig auf Änderungen achten muss, will man nicht Gefahr laufen sich eine Sicherheitslücke einzufangen.
Also ggf. 1x mal pro Monat kontrollieren => 12 * 70,- Euro.

Die stetig im Falle des Personalwechsel notwendigen Absprachen mit dem Datenschutzbeauftragten und der Verwaltung der Infos werden im Jahr zusammen genommen vielleicht bei einer Woche liegen => 40 * 70,- Euro.

Die Performanceoptimierung hingegen? Diese könnte teuer werden, da die Abhängigkeiten zu dem CMS oder dessen Themes vorhanden sind.

Ggf. müsste man den virtuellen Server schneller machen und das MySQL auch nachjustieren. Je nach Größe der Website kann dies notwendig werden. Man könnte zur Not aber drauf verzichten, wenn es eine kleine Website ist und man bereit ist, ein paar Millisekunden (und damit ein paar kleine Punkte beim Google Perfomance-Ranking) zu opfern.

Unterm Strich schätze ich die Kosten für den Einsatz von Piwik für eine zentrale Installation mit nicht häufig wechselnden Personal ohne zusätzliche Performanceoptimierung der Website auf etwa 4000,- Euro pro Jahr.

Dem gegenüber stehen:

  • Vorteile durch eine fast selbsterklärende schöne Statistik
  • Möglichkeit des Rücklaufs der Ergebnisse in den Redaktionsworkflow
  • Mittel zur direkten oder indirekten Erfolgskontrolle

 

Und unterm Strich?

Am Ende sollte man also einen Kostenvergleich anstellen:

Wenn es nur darum geht, eine allgemeine Erfolgskontrolle zu machen, bei es zu keinem Rücklauf in die redaktionelle Workflows kommt, wäre es billiger eine domainspezifische AWSTAT oder Webalizer-Logfile-Auswertung zu betreiben. Die schönen Grafiken, die ein Mitarbeiter dann für seinen Chef vorzeigen will, kann er oder sie mit den dortigen CSV- Exports in Excel erstellen.

Wenn aber tatsächlich eine kontinuierliche und artikelbezogene Erfolgskontrolle mit Reaktion und Optimierung der Prozesse statt findet, dann sind die Kosten von Piwik und co sicherlich zu rechtfertigen.

(Aber auch dies muss kontinuierlich geprüft werden: Ggf. würde aber die gesonderte In-Rechnungsstellung der Dienstleistung Piwik bewirken, dass diese Dienstleistung nur solange genutzt wird, wie sie tatsächlich gebraucht wird).

 

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WordPress: Custom Links im Hauptmenu verhindern

Aus Gründen der Usability ist es nicht sinnvoll, wenn man im Hauptmenü einer Website Links auf externe Webseiten setzt. Die Benutzer der Website erwartet im Hauptmenü  stattdessen die Seiten der Website auf die er sich befindet.
Externe Links gehören stattdessen in eigene dafür gedachte Menüs oder in den Content-Bereichen.

Ein Theme, an dem ich arbeite, wird leider von vielen Webmastern und Redakteuren genutzt, die an dieser Stelle eher etwas unbedarft sind und externe Links reinsetzen. Oder auch den Link zur Startseite, der durch den im Theme enthaltenen Logo zur Website bereits enthalten und somit redundant ist.

Es ist daher sinnvoll, den Anwender im Backend entweder die Möglichkeit zu nehmen, solche Custom Links zu setzen oder aber ihn entsprechend zu warnen.

Eine schnelle Lösung funktioniert mit JavaScript:

Das Skript macht folgendes:

Zunächst wird der Einsatz beschränkt auf die Menu-Bearbeitung im Backend. Danach suche ich die ID des aktuell in der Bearbeitung angezeigten Menüs

Um herauszufinden, welche ID das tatsächlich Hauptmenu hat, muss ich einen Umweg machen über den Label zur Auswahl der Menüpositionen. Die ID befindet sich dort zwar nicht, wohl aber der Titel des Hauptmenüs (in der deutschen Sprachvariante ist es „Hauptmenü“, im englischen Setting „Main Menu“). Da die for-Anweisung im Label sprachunabhängig ist, kann ich damit den dazugehörigen textuellen Inhalt nehmen:

Nun such ich in der Auswahlliste der verschiedenen vorhandenen Menüs nach diesen Text und erhalte dann dort die richtige ID:

Somit kann ich am Ende schauen, ob ich mich bei der Bearbeitung gerade beim Hauptmenü der Website befinde oder auf einem anderem Menü.
Denn nur wenn ich das Hauptmenü bearbeite, will ich die Custom Links deaktivieren.

Das JavaScript speichere ich wie gewohnt in eine JS-Datei (z.B. „/js/admin.js“) , die ich dann in meinem Theme einbinde:

Redakteure können natürlich dennoch externe Links einfügen. So könnte man obiges einfach „austricksen“, wenn man das Hauptmenü kurzzeitig einem anderen Menü zuweist und dann die Custom Links hinzufügt. Dies ist allerdings auch nur als ein mahnender Hinweis zu verstehen.  Wenn ein Redakteuer sich darüber hinweg setzt, wurde er wenigstens gewarnt.

Wenn man es als Admin ernst meint und die Nutzung wirklich streng unterbinden will, bleibt einen weiterhin die einfache Möglichkeit für die Anzeige des Menüs eine eigenen Walker-Class zu erstellen. Bei der Elementanzeige kann dann der jeweilige Link geprüft werden und dann nach eigenen festen Regeln angezeigt werden oder nicht.

 

 

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