Piraten Politik

Klarmachen zum Angriff, Piraten!

Die sachliche und gute Arbeit vieler Piraten und Mandatsträger in den Ländern wurde und wird nicht bemerkt. Trotz der vielen guten Dinge, die Piraten bewirkten,sprechen viele davon, dass Piraten nicht sichtbar seien.
Auf der anderen Seite zeigen mediale Erfolge von AfD, Brexit und Trump, dass laute Töne, Unverblümtheit und derbe Worte dazu führten, dass eine von Quoten abhängige Presseberichterstattung sich überschlägt, um dabei zu sein und live vom nächsten Skandal zu berichten. Am besten auch einen, der die Reporter selbst betrifft:

„You are Fake-News!

Trump spielte nicht nur in seinem Wahlkampf, sondern auch danach die Methode, sein Gegenüber aufzuregen, zu ängstigen und zu provozieren. Mit dem Ziel, so von sich reden zu machen und zu beeindrucken. Und alle fielen und fallen drauf rein. Bei seiner Amtseinführung betont er die Eckpfeiler seiner Politik in gleicher Weise.

Dabei ist „America first“ nichts neues. All das was Trump sagte, ist in sich eigentlich nicht neu. Es ist auch nicht konservativ und so eine Eigenart seiner Partei. Es ist schlicht das Programm, was alle amerikanischen Präsidenten der letzten Jahrzehnte verfolgt und durchgesetzt haben. Reagan genauso wie Bush genauso wie Obama.

Trump ist lediglich derjenige, der es unverblümt sagt und seine Wortgewalt als Methode der Verhandlung nutzt. Die Angst vor seinen Worten soll dazu verleiten, zu glauben, man wäre Bittsteller und nicht Verhandlungspartner.

Bei Spiegel Online kommentierte Veit Medick hierzu richtig:

„Aber agierten wir so, würden wir in vorauseilendem Gehorsam Trumps Arbeit erledigen, noch bevor der US-Präsident wirklich angefangen hat zu arbeiten. Trump liebt es zu verhandeln. Der aus seiner Sicht beste Deal wäre, wenn alle schon ihre Verhandlungsmasse aufgäben, noch bevor das erste Gespräch geführt wurde.
Trump stellt dem Westen eine Falle. Trotz und Panik helfen nicht weiter. Mehr Sinn macht es, Trump nüchtern und selbstbewusst gegenüberzutreten – und auf seine ersten Züge zu warten.“

Zurück zu den Piraten.

In einer besseren Welt würde man nun erwarten, dass Presse und Menschen langsam lernen würden. Dass laute, markige Worte nun ihre Welle gehabt haben. Dass die Methode der Aufregung, um in die Medien zu kommen, dass man im Social Media durch gezielte Provokation, Hass und Wut anstachelt allein mit dem Ziel hochgehypt zu werden, dass diese Methoden endlich als solche erkannt und mit der richtigen Nichtbeachtung gestraft würden.

Doch dem ist nicht so.

Vor vielen Jahren, es war noch vor der Jahrtausendwende, lernte ich Menschen kennen, die diese Methode auch praktizierten. Und auch damals erfolgreich. So zum Beispiel der ehemalige Ingenieur und spätere Anwalt Günther Freiherr von Grafenreuth. Als Anwalt soll er keine große Nummer gewesen sein. Er war aber selbstbewusst und so mutig, sich mit großen Teilen der Netzszene anzulegen, indem er, gefühlt, fast jeden abmahnte, der auch nur einen unklar formulierten Link setzte oder den Begriff Webspace vermeintlich illegal nutzte.
Gravenreuth agierte schamlos, arrogant, brutal und erbarmungslos. Ob die Opfer seiner Abmahnwellen nun Kinder waren, Sozialhilfeempfänger oder Berufstätige, spielte für ihn keine Rolle.

Durch dieses Agieren wurde aus einem fachlich wohl mittelmässigen Anwalt eine Person, die Gegenstand der öffentlichen Wahrnehmung wurde. Jemand, der in Talkshows und Podiumsdiskussionen geladen wurde. Der plötzlich als Experte galt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Methode, durch Provokation in den Medien zu allgemeiner Aufmerksamkeit zu kommen, ist alt.

Uns mag die Methode nicht gefallen. Jeder moralisch integre Mensch wird sie ablehnen oder verdammen. Doch was ist die Alternative? Piraten wirken, wenn sie Dinge tun. Doch dazu muss man sie erst lassen. Sie müssen erst einmal den Fuß in die Tür bekommen.
Wenn wir aufgrund unserer (vermeintlich) hohen Ideale auf kontroverse und freche Methoden verzichten, werden wir keine Aufmerksamkeit erzeugen können. Und somit keine Chance haben, unsere Visionen zu erklären oder umzusetzen.

Wir Piraten sollen wieder frech werden und auf Angriff schalten.

Lasst uns die anderen Parteien immer dann, wenn sie sachlichen Unsinn machen, lächerlich machen. Lasst uns das Chaos und die Verantwortungslosigkeit schonungslos aufzeigen, die seriöse Menschen in ihren schönen Kleidern uns in wohlfeilen Worten vorsetzen. Wir sollten ihnen das nicht mehr durchgehen lassen.
Nicht die Piratenpartei ist chaotisch. SPD, CDU, Grüne und Linke sind es. Die einzige Königsdisziplin, die all diese Parteien wunderbar beherrschen, besteht darin, erfolgreiches Marketing zu betreiben. Durch gekaufte Verlage, durch Abhängigkeiten und Lobbys.
Doch wenn es an die Themen geht und um die Ergebnisse, die uns diese Parteien in den letzten Jahren brachten, sind sie alle still.

Und wollen auch gar nicht so gern hören, dass sie damit zu tun hatten.

Ein Herr Gabriel schwadroniert allen Ernstes davon, dass er Manager zur Kasse bitten will, so denn seine Partei gewählt würde:

Screenshot: Twitterfeed von Gabriel am 10.01.2017

Gute Idee, Herr Gabriel. Aber sagen Sie mal, in welcher Partei waren Sie noch? Gehört diese etwa zur Regierung? Und welches Amt bekleiden sie zufällig selbst bereits seit einigen Jahren?
Richtig lächerlich wird es, wenn man mit etwas Recherche oder einem guten Gedächtnis herausfindet, dass Gabriel dieselbe Forderung bereits 2012 und 2010 aufstellte. Die Boten des Chaos werden sich aber erfreuen, wenn sie auf das Jahr 2009 zurückblicken, in dem Gabriel zum Antritt als Vorsitzender der SPD eben das Gegenteil forderte, nämlich weniger Steuern für Reiche.

Die Grünen legen auf der Trumpskala von 0 bis 10 eine schlappe 3 hin, indem sie in dem beginnenden Wahlkampf die (alte) Forderung nach Sex auf Rezept aufkochen.
Die Forderung ist ebenso alt wie berechtigt. Vor dem Hintergrund jedoch, dass bereits seit mehreren Jahren die Pflege und das Klinikpersonal in Deutschland am Boden liegt und im Notfallmodus operiert, zeigt sich hier, dass es nicht um die Verbesserung der Situation von Menschen geht, sondern nur darum, in die Medien zu kommen.

Und eine Partei, die eine Frau Steinbach als Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe einsetzte, sollte sich glücklich schätzen, nur „Chaospartei“ genannt zu werden. Bewundernswert an der CDU ist allenfalls ihre Fähigkeit, die Wirklichkeit auszublenden und Geschichten von blühenden Landschaften zu erzählen. Geschichten wie die, eine Vorreiterrolle in der Digitalisierung in Europa einzunehmen. Eine schöne aber doch falsche Geschichte, vorgetragen von einer alten Frau in Berlin, die ohne Skrupel unsere Daten und unsere Privatsphäre in die USA verkaufte.
Nicht zu diesen schönen Geschichten passende Daten und Belege werden ausgeblendet, verschwiegen oder einer Schönheitskorrektur unterzogen. So wie Belege des Datenmissbrauchs durch vermeintlich befreundete Regierungen  oder vor kurzem im Armutsbericht der Regierung.
Und dabei arbeitet man dann auch gern Hand in Hand mit der SPD.

Ich erspare es mir jetzt, weitere Beispiele bezüglich der CSU und den Linken heraus zu suchen.

 

Der Punkt ist: Der Vorwurf der Chaospartei und der Unseriösität ist nicht allein und noch nicht einmal vorwiegend den Piraten aufgrund der dort oft gepflegten leidenschaftlichen Streit(un)kultur zu machen. Dieser Vorwurf kann allen Parteien gemacht werden.

Doch viele Piraten tun das, was, wie oben geschrieben, Menschen wie Trump wollen: Sie wollen uns durch unangemessene Vorwürfe dazu bringen, in eine Haltung der Bittsteller zu wechseln. Die Mitglieder der Piratenpartei sollen ihr Selbstbewusstsein, ihren Mut und ihre Begeisterung verlieren.
Und dies ist auch zum großen Teil gelungen.

Die Piraten wurden geschlagen, unterwandert und ausgeblendet. Selbstdarsteller und Karrieristen nutzten sie für ihr Egotripp und U-Boote anderer Parteien taten ihr Übriges.
Selbst dort, wo sie in den Landesparlamenten oder im kommunalen Bereich vertreten sind und ihnen allgemein sehr anerkennenswerte Arbeit attestiert wird, werden sie ignoriert. Nicht weil sie nichts leisten, nicht weil sie chaotisch wären. Sondern weil sie das tun, wozu sie angetreten sind: Piraten stören.

Es ist Zeit, wieder aufzustehen. Die Augenklappe zu richten. Und um sich herum zu schauen und zu den Wurzeln zurück zu kehren. Die Gründe für die Entstehung der Piratenpartei haben sich nicht geändert; sie haben sich eher vervielfacht. Die großen Parteien bedienen sich hemmungslos am Kuchen der Macht und haben ihn mehr oder minder zwischen sich aufgeteilt.  Und daher muss es jetzt heißen:

Klarmachen zum Angriff, Piraten!

Wir sollten die Verantwortlichen für die schlechte Politik der ach so seriösen Parteien beim Namen nennen. Wenn die Polizei und der Verfassungsschutz in NRW auf Anweisung von Herrn Jäger nicht richtig arbeiten konnte und daher falsche Entscheidungen traf, sollte es nicht heißen, dass die Polizei versagt hat, sondern das Herr Jäger der Verantwortliche ist, derjenige, der in seiner Amtsführung versagt hat.

Wir sind Piraten. Eine Partei, die sich diesen Namen gibt, sollte sich trauen, frech zu sein, Fails beim Namen zu nennen und genau so anzugreifen.

Lasst uns das Chaos der politischen Gegner nicht nur ans Licht bringen, sondern auch auf die Schippe nehmen. Lasst uns freche Bilder und Memes machen, in denen wir Menschen wie Jäger, Merkel, Maas, de Maizire, Gabriel, Seehofer und Co als das zeigen was sie sind: Chaospolitiker, geleitet vom Drang zur Selbstdarstellung.


Beispielsweise Berichte Memes, die deutlich machen, was hinter den markigen Worten und schönen Begriffen wirklich steckt.

Digitale Agenda der SPD

Lasst uns die Medien und die Presse hacken, indem wir ihre Quotenmaschine gezielt befüttern.
Und dabei auch nicht mit Satire und Witz davor zurückschrecken, reine Quoten- und Auftragsschreiber bloßzustellen.
Auch mit „Fake-News“, dem bewährten Lieblingsprodukt von Springer, Kopp und den alten Parteien, die sie nur so nennen, wenn die Lügen woanders herkommen.
Lasst und wieder die Foren, die Kommentarfunktionen und die Onlineumfragen stürmen.

SPD und CDU haben nach der US-Wahl Angst vor Leaks, wie die, welche die illegalen Machenschaften von Clinton offenbarten? Dann sollten wir nachsehen, welche Leichen sie im Keller haben, dass sie solche Angst haben!
Die Altherrenriege der Regierungsparteien schwafelt, wie toll sie sich mit Internet und Digitalisierung auskennen und fällt dann trotzdem so sehr auf Social Bots rein, dass sie diese verbannen wollen? Piraten, lasst uns Tausend Bots schreiben!

Verrucht? Gemein? Unmoralisch? – So what?
Wir sind Piraten, verdammt. „Verrucht, gemein und unmoralisch“ könnte unser Wahlkampfslogan sein!

Ihr seid enttäuscht und entsetzt über die Politik. Über Politiker wie Gabriel, Merkel und Co, die uns mit einstudierter Mimik die Welt erklären, die Werbung für sich machen und gleichzeitig mit charmanter Geste euch verraten.
Die Oettinger zum Co-Chef von Europa machen, kein halbes Jahr nach dem BREXIT und der Verdrossenheit über TTIP und ACTA. Die den Posten des Bundespräsidenten unter sich ausmachen und einen der ihren dazu machen, ganz gleich was Bürger denken mögen.
Es gibt Gründe dafür, wütend zu sein.
Nutzen wir die Wut wieder, um frech zu sein. Frech und keck gegen die Clique, die uns gegeneiner ausspielt und dabei lächelnd winkt.
Dabei dürfen wir verrucht sein, unfair und unmoralisch. Der Unterschied zwischen uns und den Altparteien besteht allenfalls daran, dass wir dreckiger sind und feuchter hinter den Ohren.

Nur so erlangen wir Aufmerksamkeit und Medienecho. Und erst, wenn wir Aufmerksamkeit haben, können wir sachlich Themen durchbringen.

Wir Piraten treten nicht an, damit uns die alten Parteien, Lobbygruppen und Verlage lieb haben.
Wir Piraten treten an, um zu verändern.
Wir treten an, damit Menschen, denen niemand zuhört, eine Stimme bekommen. Daran hat sich seit 2007 nichts geändert.

Attacke!

  1. Zack! Sitzt!
    Und dann werden wir gemein sein, gemein offen, gemein ehrlich, gemein anständig und wohl doch getragen von Ethik und Moral, um dieses System aufzubrechen! Die Demokratie braucht Freiheit, braucht uns Piraten!

  2. > Die großen Parteien bedienen sich hemmungslos am Kuchen der Macht

    Und was ist der Teil der Macht, an den sie sich alle nicht rantrauen? Das Urheberrecht ist Macht. Es ist Machtkonzentration in Reinform. Und die Piraten sind die einzige, wirklich die einzige Partei, die es wagt, sich da auch nur ein Quentchen weit aus dem Fenster zu lehnen. Und klar zu sagen: Die Macht der Kommunikation gehört Allen. Wer die kostenfreie Privatkopie nicht legalisieren will, wagt sich nicht an die Macht.

  3. Und ja, man kann noch weitergehen, und das ist auch legitim. Die Privatkopie ist eine Mindestforderung — die Mindestforderung für eine Partei, die aus Tauschbörsen geboren wurde.

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