Der Hamburger Wahlbeobachter fragte im Rahmen der Bundestagswahlen nach der Barrierefreiheit: Wie zugänglich sind Parteien-Websites vier Wochen vor der Wahl?
http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2013/09/bundestagswahlen-und-barrierefreiheit.html

Da ich einigen Anteil daran hab, die zentrale Website der Piraten zu betreuen, freut es mich, daß wir wiedermals mit „Gut“ bewertet werden.

Screenshot Piratenpartei.de

Screenshot Website der Piratenpartei 12.09.2013

Gleichwohl gebe ich ehrlich zu, daß der Test natürlich auch hätte schlechter ausfallen können. Wie jeder Webmaster kenne ich einige Stellen im Webauftritt wo etwas unschön gemacht wurde und wo man dies auch schlechter bewerten könnte.
Andererseits weiß ich auch, daß viele Dinge sich im Alltag eines großen Webauftritts nicht so umsetzen lassen, wie es in der Theorie richtig wäre.  So stellt sich beispielsweise bei der Einbindung von YouTube-Videos die Frage ob man diese macht oder weglässt? Denn wenn man sie macht (und wegen der OEMBED-Schnittstelle von YouTube nur einen nicht ganz barrierefreien Code dazu bekommt), wird man bei einem strengen Tester schlechte Noten bekommen. Wenn man die Videos einfach weglässt und einfach nur ein Link dahin zeigt, kriegt man keine schlechten Noten. Hat aber eine schlechtere Usability. Wäre das dann wirklich besser?

Der Prozess, die Website barrierefrei zu halten und den Stand zu bewahren  -auch und gerade in Hinblick auf neue Medien und neue Geräte- ist jedenfalls etwas, was bei einer professionellen Website nie endet.
Und immer ein Kampf bleibt.
Ein Kampf gegen Flüchtigkeitsfehler, gegen zu wenig Zeit für Schulungen für Redakteuere, gegen der Notwendigkeit von schnellen Aktionen, bei der nicht immer Sorgfalt hochgehalten werden kann. Und ein Kampf gegen sich selbst, weil man auch mal 5 gerade sein lassen will oder auch mal lieber ein schönes andere Projektchen machen will anstelle dauernd die Website zu begluckern.

Ein solches Ergebnis freut mich daher. Es gibt einen das gute Gefühl zurück, daß all diese Arbeit und der Kampf doch zu einem guten Ergebnis führte, der tatsächlich Menschen hilft.
Auch wenn ich als jemand, der schon seit langer Zeit auf dem Gebiet der Barrierefreiheit tätig bin, an vielen Stellen des Tests einhaken kann und es strenger sehen mag. Oder wie Martin, der einen sehr, sehr strengen Test durchführte; welcher aber wiederum zu einigen positiven Verbesserungen führten, wie hier öffentlich dokumentiert ist: https://wiki.piratenpartei.de/Servicegruppen/Webseite/Tests/www.piratenpartei.de

Der Test und das gute Ergebnis ist nicht als Beruhigung anzusehen, auf der wir uns nun zurücklehnen können. Sondern es ist eine Bestätigung dafür, wie wichtig es ist, stetig dran zu bleiben.

Was ich mir aber vom Test wünsche ist eines: Nämlich dass der Wahlbeobachter seine Beobachtung auch nach der Wahl nocht fortsetzt. Um dann prüft, wer den Aufwand nur des kurzfristigen schnellen Erfolges wegen trieb. Und wer es dauerhaft und weiter tut. Nicht nur weil gerade irgendeine Wahl ist, sondern weil es für Menschen ist. Menschen die jederzeit drauf zugreifen sollten und jederzeit teilhaben sollen.  Nicht nur zur Wahl.

Barrierefreiheit ist eng verknüpft mit dem Ideal der Freiheit. Ohne Barrierefreiheit für alle gibt es keine Freiheit. Denn Freiheit muss für alle gelten. Die Piraten treten für die Freiheit ein. Und damit auch für Barrierefreiheit.

 

 

Ach übrigens: Das Webteam der Piratenpartei, welches sich um die zentrale Website kümmert, besteht derzeit aus insgesamt 3 Personen inklusive mir. Wir alle sind ehrenamtlich tätig und kümmern uns in unserer Freizeit darum. Beiträge kommen von der SG Presse, die ebenfalls, bis auf eine Person, nur aus ehrenamtlich tätigen Leuten besteht. Das sind meistens nur etwa 3 – 5 Leute.
Ich will ja nicht angeben, aber…  Hey, wir ehrenamtlichen Schnösel, die nur von unseren Idealen und Ideen getrieben werden, sind besser als die 20 Leute aus dem Team der CDU! Und nur die SPD mit 14 Leuten und der Agentur Coremedia schaffen es, mit uns gleichzuziehen.

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