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Gute Links – Böse Links: Was darf ich heute noch verlinken?

Die Frage wann ein Link gut oder böse ist, ist so alt wie das Internet.

Im Fall des deutschen World Wide Web begann die Diskussion auf politischer und juristischer Ebene bereits 1996. Viele der damaligen Erkenntnisse sind auch heute noch gültig; Auch wenn sie oftmals vergessen wurden und heute erst wieder neu formuliert werden.

Schon bevor es die Piraten in Deutschland oder auch weltweit gab, waren bereits andere kleinere zeitlich befristete Aktionen und Gemeinschaften tätig, die in dem Ziel verbunden waren und sind ein freies Internet bzw. den ein Kulturraum Internet zu bewahren und zu verteidigen.  Heute kennen viele nur mehr Netzpolitik und Digiges e.V..
Bereits früher gab es jedoch die Abmahnwelle e.V. die sich gegen den grassierenden Abmahnwahn richtete und davor noch Freedomforlinks.
Andere, wie FITUG, CCC, FoeBuD, etc. gab es zwar auch, diese waren und sind jedoch eher auf anderen Gebieten tätig.

Ich war aktives Mitglied von Freedomforlinks und Abmahnwelle.  Und auch wenn es beide nicht mehr gibt bleibe ich den Prinzipien die damals formuliert wurden treu.

Freedomforlinks

Die Philosophie von Freedomforlinks lautete:

Mit dem Internet ist ein Medium in unser Leben getreten, das die Welt zum Dorf werden läßt. Jeder Staat dieser Erde liegt nur einen Mausclick entfernt.

Netizens unterschiedlichster Erfahrungen, Kulturen und Bildungen kommen hier miteinander in Berührung, treffen oder prallen aufeinander. Privatleute und Big Business waren sich noch nie so nah. Sämtliche Bereiche sind in diesem Medium fließend. Es kollidieren die Interessen der Stärkeren und Schwächeren. Beide müssen lernen, miteinander umzugehen und die Spielregeln des jeweils anderen zu respektieren. Wir sehen – bei allen Kinderkrankheiten – in diesem Medium Chancen für ein neues, verantwortungsbewußtes – eben demokratisches – Miteinander von Mensch und Wirtschaft.

Ganz im Sinne des Erfinders Tim Berners-Lee setzen wir uns ein für eine Netzkultur, die dazu beiträgt, menschliches Wissen und Verstehen zu fördern, sich einander näherzubringen.

Im Netz ist genügend Raum für alle. Es besteht kein Grund, mit Keulen aufeinander loszugehen. Wir haben Gesetze und die UNO Menschenrechtskonvention zur klaren, weitgehend international gültigen Orientierung. Ignoranz und Eigennutz erscheinen uns als die schwierigsten Hürden, die genommen werden wollen. Ziel muß es deshalb auch sein, die Staaten zu bewegen, sich im Sinne des Gemeinwohls für das Medium und seine Erfordernisse zu interessieren, zu öffnen und die Weichen entsprechend zu stellen. Nicht nur im Interesse der Industrie, sondern gleichermaßen im Interesse seiner Bürger.

Das Medium zu begreifen, bedeutet, aus ihm einen Mehrwert zu entwickeln.

Tim Berners-Lee schrieb 1998 für Freedorforlinks im Artikel „Was ist ein Link?“ über seine Sicht auf Links und Linksetzung.

Die Tatsache, daß ein Link vorhanden ist, besagt für sich gar nichts. Natürlich kann das Dokument, das den Link enthält, eine Aussage treffen und wird das auch oft tun. Wenn also jemand schreibt „Siehe auch Fred’s Webseiten (Link), die wirklich cool sind“, dann ist das sicherlich eine Art von inhaltlicher Bestätigung. Wenn jemand schreibt „Wir behandeln dies im Detail in unserem Verkaufsprospekt (Link)“, dann ist impliziert, daß beide Dokumente vom gleichen Autor stammen. Wenn jemand schreibt „Fred’s Nachricht (Link) wurde aus Boshaftigkeit geschrieben und ist eine glatte Lüge“, dann setzt er das verwiesene Dokument (möglicherweise verleumderisch) herab. Der Inhalt des verweisenden Hypertext-Dokumentes enthält also teilweise eine Meinung zu dem verwiesenen Dokument, und der Autor sollte dafür verantwortlich sein. Tatsächlich ist es für den Leser oft hilfreich, wenn die Relation zu dem verwiesenen Dokument klargestellt wird.

Der Streit was gutes und was böse Links sind und welche man setzen soll und welche nicht begann auf politischer Ebene bereits 1997. Damals verlinkte die ehemalige PDS-Vorsitzende Angela Marquardt auf die linksgerichtete Publikation Radikal. Es kam es zu einem Gerichtsverfahren, welches später wegen eines Formfehlers eingestellt wurde.
Seinen Effekt hatte es dann aber unter anderem am LG Hamburg, als dieses (fast) das berüchtigte Urteil zu Linkhaftung erließ.
Nach verschiedenen weiteren Urteilen gilt heutzutage rechtlich folgendes:

Nach Art. 5 GG sind Links auf rechtswidrige oder strafbare Inhalte grundsätzlich im meinungs- oder wissenschaftsrelevanten Kontext geschützt;diese Sonderregelung wird in § 86 Abs. 3, § 86a Abs. 3, § 130 Abs. 6 StGB ausdrücklich bestätigt.

Quelle: Wikipedia.

Bemerkenswert ist hierzu auch das Verfahren um Alvar Freude bei der konkret die Frage gestellt war:  Sind Links zu rechtsextremistischen Inhalten strafbar? Auch hier kam es letztlich auf den Kontext an.

 

Kommen wir zurück ins heute: Darf man fordern, dass ein unerwünschter Link entfernt wird?

Auch heute gilt für mich noch:
Es gibt keine guten Links und auch keine bösen Links.

Es gibt aber einen Kontext, in der ein Link gesetzt werden kann.  Dieser Kontext kann dann einem Link eine Bedeutung geben. Politischer oder persönlicher, aber auch rein informeller Art. Wenn wir eine Linksetzung beurteilen wollen, müssen wir den Kontext beachten. Tun wir das nicht, wird dies der Sache nicht gerecht.
(Und man muss sich dem Vorwurf gefallen lassen, seit 1997, dem Jahr mit dem die Diskussion um Linkhaftung in Deutschland losging, in Sachen IT und Netzkultur geschlafen zu haben. Oder sich eben nicht genug drüber informiert zu haben, wenn man nicht dabei war).

Wenn wir jetzt fordern oder unterstützen (siehe auch Fallbeispiel unten), dass Links entfernt werden, weil sie auf schlechten Content verweisen, dann tun wir dreierlei:

1. Wir entziehen jeden Bürger das Recht auf eigene Entscheidung und eigene Meinung.

Für den Inhalt einer fremden Site ist ursächlich dessen Urheber verantwortlich. Er kann Unsinn schreiben, Dinge die wir ablehnen oder verdammen. Er kann hetzen und betrügen aber er kann auch Meinungen schreiben oder sein eigenes Weltbild vorstellen.

Der Besucher dieser Seiten kann und sollte jedoch selbst entscheiden, wie sie diese Inhalte werten: Jeder soll das  sehen können und selbst nachdenken und selbst entscheiden können. Dies ist durchaus nicht immer leicht. Es kann auch schwer und nahezu unerträglich sein. Dennoch ist es notwendig, wenn es nicht gar eine Pflicht zum Nachdenken ergibt:

Mit der Freiheit alles zu lesen was publiziert wird, kommt auch die schwere Aufgabe dazu, das man selbst lernen muss, inhaltlichen Müll abzutrennen. Jeder sollte das Recht haben, an alle Informationen zu gelangen. Allein: Dieses Recht gebiert die Pflicht, mit diesen Informationen richtig umgehen zu können.

2. Wir schaffen eine Kontrolle und führen Linkhaftung ein.

Eine Kontrolle von Links befördert jedoch auch eine Art von Zensur. Jemand wertet Links als Gut oder Böse. Gute Links werden gebracht, schlechte unterdrückt.
Wer hingegen gute Links bringt, sorgte dafür, daß er gewisse Regeln zur Wertung eingehalten hat. Er haftet dafür, daß er es richtig wertete. Wir haben also eine Linkhaftung.

3. Wir sorgen für einen Streissand-Effekt.

Gerade wenn es nur ein Link unter vielen ist, sorgt eine öffentliche Diskussion oder gar offene Briefe und ähnliches gerade erst für Aufmerksamkeit. Die öffentliche Forderung einen Link zu entfernen (z.B. zu einer  Burschenschaft die den Nazis nahe steht), gibt diesen erst eine Bühne.

Das Ziel, Werbung für diese zu verhindern dürfte damit verfehlt werden. Noch schlimmer: Die betreffenden erhalten den psychologischen Vorteil, sich als zu unrecht Verfolgte darzustellen.

 

Ein aktueller Fall

Die Grünen in Erlangen möchten die Uni weiterhin darauf drängen, aus einer Liste mehrere Dutzend ungewerteter Links zu Studentenwebsites einen der zu einer (von vielen)  Burschenschaften führt, zu entfernen. Ich schrieb bereits 2011 darüber.
Aber jetzt, kurz vor der Wahl wird das Thema nochmal aufgekocht. Nachdem eine Befassung im Stadtrat und kürzlich eine Boykottdrohnung des Schlossgartenfests die Haltung der Uni nicht änderte, versucht man es nunmehr mit einem offenen Brief.

Hier wollen die Grüne den Kontext der Links nicht beachten. Es ist ihnen nach wie vor egal, dass es sich um eine riesige ungewertete Linkliste handelt. Ebenso akzeptieren sie nicht die Antwort der Universität, die darauf hinweist, dass jeder Mensch Herr seiner eigenen Sinne ist und sehr wohl selbst entscheiden können sollte wie der Inhalt einer verlinkten Seite zu werden ist.

Hier handelt es sich um einen kurzsichtigen Versuch auszublenden was nicht in das eigene Weltbild passt. Auch in meinem Weltbild haben Nazis und Faschos nichts zu suchen. Aber wichtiger als das Wegblenden von unsinnigen Content ist die Freiheit aller Menschen selbst zu entscheiden, was sie lesen wollen und was nicht. Der offene Brief ist eine von bereits vielen Maßnahmen, die politischen Druck ausüben.

Sagen wir es in einfachen Worten:

Hier wird Druck ausgeübt um einen Link zu entfernen (1).
Ein Link eröffnet Menschen die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen und selbst zu entscheiden, ob dahinter Grütze kommt oder nicht  (2).

Oder (1) + (2) zusammengefasst: Hier wird Druck ausgeübt um eine Möglichkeit zu entfernen mit der sich Menschen selbst ein Bild machen und selbst entscheiden können, ob dahinter Grütze kommt oder nicht.

Die Umsetzung dieses Drucks erzwingt die Einrichtung einer Moderation oder einer Kontrolle aller Links. Aus einer Kontrolle von Links folgt daraufhin, dass einige Links erlaubt sind, andere verboten. Somit werden also Linkverbote gefordert und damit einhergehend Linkhaftung für alle gesetzten Links. Warum der Versuch zudem kurzsichtig ist, sollte schnell klar werden, schaut man sich die gelisteten Seiten an und  denkt an die Geschichte der Linkhaftung zurück.
Man erinnere sich: Es ging damit los, dass jemand auf eine linksradikale Website verlinkte. Schon damals schreckte also die andere Seite nicht davon ab,  den Justizapparat für die eigenen Zwecke  zu nutzen. Was wird wohl die wahrscheinliche Folge sein, wenn das Begehren der Grünen auf Entfernung des Links Erfolg hat?

Es liegt auf der Hand: Die betreffende Burschenschaft und deren Sympathisanten (mglw. die RCDS und die CSU) werden den Vorgang als Muster sehen für ihre eigenen Forderungen. So zum Beispiel der Entfernung von Links zu Gruppierungen, denen linksradikales Gedankengut vorgeworfen wird. Oder  Antifa-Verbindungen. Oder …
Ein naives Argument von wegen, „Aber die Nazis sind doch viel schlimmer, sie haben viel mehr Menschen auf den Gewissen,…“ wird daran auch nichts ändern.

Es muss auch nicht bei dem politische Hickhack bleiben. Auch andere können ihre Chance sehen, für sie unerwünsche Links zu entfernen. So zum Beispiel könnten religiös motivierte Gruppen sich gegen Links zu den „Schwulen und Lesben“ wenden. Andere wiederum sehen in einen Arbeitskreis für Homöopathie ein Gräuel.

Kurzum: Es wird zu einem Dammbruch kommen.

Eine Liste, eine Webseite, die vorher völlig ungewertet war, kann letztlich nur mehr mit Hilfe einer Moderation betrieben werden. Das ist schlecht.
(Unabhängig davon glaub ich, dass die Verwalter der Webseite vom Druck doch zermürbt sein werden und letztlich dann die brutale, aber einfache Lösung vornehmen werden: Die Seite als ganzes zu entfernen. Ähnlich wie es auch die Piratenpartei 2011 kurzzeitig mit dem Piratenpad  tat, als auf diesem mutmaßlich illegale Links gepostet wurden.)

Noch schlechter ist aber das damit gesendete Signal: Wer solche Listen betreibt, muss damit rechnen ebenfalls unter Druck gesetzt zu werden. Und wird es daher aus Angst nicht tun.

Zensur und wegschauen?

Wollen wir wirklich ein Zensur einführen? Und Menschen sich selbst zensieren lassen, weil wir Angst vor Nazis haben? Nazis sind Witzfiguren. Sie leben in einer Welt von gestern in Bildern aus Schwarz- und Weiß.
Das Entfernen von Links auf ihre witzige und naive Welt ist aus einen ebenso naiven Gedanken hervorgetreten, daß es nur Gut oder Böse gibt. Das man die Welt verbessern kann, indem man das ausblendet was man nicht sehen möchte. Es ist dieselbe Weltsicht wie sie einst #Zensursula aufzeigte.

“Schaust du nicht weg, dann kannst du schnell angefixt und zum Nazi werden. Deswegen: Wegschauen! “

(Siehe Beitrag „Rette deine Freiheit„, 2009)

Fazit

Nach wie vor gilt: Es gibt keine guten und bösen Links. Ob die verlinkte Seite gut oder böse ist, dass ist hingegen eine persönliche Einschätzung. Wir sollten uns dafür einsetzen, dass Menschen gut genug ausgebildet sind, um Inhalte aufmerksam zu lesen und hinterfragen zu können.

Die Beurteilung der Linksetzung selbst ist immer eine Sache des Kontextes. So wie Tim Berners-Lee es schrieb:

Die Tatsache, dass ein Link vorhanden ist, besagt für sich gar nichts.

Es kommt drauf an, wie wir den Link beschreiben. Aber wir sollten uns tunlichst nicht auf den Irrweg bewegen, der in Bevormundung und Kontrolle gipfelt.

 

Aber dann  war da doch noch was…

Eigentlich könnte ich hier enden. Ernüchtert und zynisch könnte ich frozeln: „Hey, ihr Newbies, das worüber ihr streitet wurde schon vor über 15 Jahren diskutiert und ihr seit noch nicht weiter“. Aber es gibt doch etwas neues.

Nach massiver Lobbyarbeit gelangt es den Verlagen in Deutschland, die etablierten Parteien dazu zu bringen, ein sogenanntes Leistungsschutzrecht zu verabschieden. Eingebracht wurde es von CDU/CSU und FDP. SPD und Grüne protestierten zwar publikumswirksam dagegen, ließen es aber letztlich mit ihrer eigener Mehrheit im Bundesrat passieren anstelle es durch Verzögerung zu verhindern.

Im Zuge des Leistungsschutzrechts wird die Frage ob es gute oder böse Links gibt neu aufgeworfen.

Die Verlage behaupten, dass eine Linksetzung (inklusive des Teasers ) auf ihren „hochwertigen“ redaktionell erstellten Inhalt, die jeweilige Website aufwertet. Daraus hinaus begründen sie, dass sie beteiligt sein müssten an den Einnahmen dieses Webangebots.

Interessanterweise bedachte Tim Berners-Lee dieses ebenfalls in seinem Artikel, den er 1998 für Freedomforlinks schrieb. In dem Absatz  „Links und Gesetz: Mythen“ schrieb er:

Der Mythos: „Einen Link auf ein Dokument zu setzen macht das eigene Dokument wertvoller und deshalb gibt es ein Recht, dafür zu bezahlen“.

Das ist auch gefährlich. Tatsächlich ist es wahr, daß dein Dokument wertvoller wird durch Links auf qualitativ hochwertige andere Dokumente, die Relevanz besitzen. Ein Rückblick in einem Konsumentenmagazin addiert Wert hinzu wegen der Produktqualität, auf die es den Leser hinweist. Ich wäre als Person wertvoller für dich, wenn ich mich gegenüber anderen Leuten mit Namen, Telefonnummer oder URL auf Dich beziehen würde. Das bedeutet aber nicht, daß ich diesen Leuten etwas schulde.

Wir können von niemandem fordern, daß er das „Recht hat, daß man sich auf ihn beziehen muß“ ohne komplett den Teppich unter der Freien Rede wegzuziehen.

Durch das Leistungsschutzrecht hingegen wird das Ideal des freien Internets in Frage gestellt. Die Verlage unterstellen pauschal eine Gewinnerzielungsabsicht. Verschweigen aber, dass sie selbst es sind die profitieren. Durch ihren politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Druck beschädigen sie  die Freiheit der Linksetzung und damit ein freies Netz. Die Verlage machen sich somit zu Feinden des Internets.

Da stellt sich für mich die Frage: Ist ein Link auf eine Verlagsseite dann nicht doch böse?

Durch diesen Link sorge ich einerseits für ein besseres Ranking der Seite. Andererseits geben ich durch den „Trust“ den meine Seite und ich selbst habe, dem Verlag ebenfalls einen gewissen Wert mit. All dies verwendet der Verlag jedoch nicht etwa für etwas positives. Sondern er setzt seine Macht dazu ein, um das Internet zu schaden, indem er finanzielle Forderungen stellt.
Und ich als Linksetzer helfe ihm dabei; und sei es nur minimal.

Verlage, die das Leistungsschutzrecht fordern oder nutzen, sind wie ein todbringender Parasit. Sie nutzen und leben vom Körper von dem sie sich ernähren. Aber sie richten ihn dennoch zugrunde.

Bei normalen Links entscheidet der Kontext und die persönliche Interpretation ob der Link gut oder böse ist. Der Verlagen ist es jedoch egal wie der Kontext aussieht. Selbst ein Link, der den Kontext tragen würde: „Schaut euch diese Halunken an: (Link)“, würde für sie keine Rolle spielen. Denn für diese wird auch ein negativer Ruf einen positiven Effekt haben.

Ich würde daher von schädlichen Links reden. „Gut“ oder „Böse“ trifft dabei diese Bedeutung nicht. Auch ein guter Link kann schädlich sein. So zum Beispiel ein Link auf einen (ausnahmsweise) gut recherchierten Artikel eines Verlags. Der Link ist gut, der Artikel ist gut. Und trotzdem ist die Verlinkung an sich schlecht. Denn der Verlag schädigt das Netz.

 

  1. Hier möchte ich wie Radio Eriwan antworten: „Im Prinzip ja.“

    Wir leben in einer demokratischen Gesllschaft, in der Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist. Leider bedrohter denn je in der Geschichte. Weniger duch Gesetze, mehr durch Selbstzensur, durch die Schere im Kopf. Die verletztenreligiösen Gefühle, ein extrem weitgefassterRassimus/Sexismus/Extremismusbegriff und sonstige Emotionen sorgen dafür, dass sich Bloger und Journalisten zunehmend aus kontroversen Debatten heraushalten. Odre sie gar nicht erst entstehen lassen, weil man schlichtweg nichts „anstößiges“ publiziert oder verlinkt.

    Im Prinzip stellt sich hier im Erlanger Fall die Frage, wie man mit zweifellos legalen, aber inhaltlich von uns abgelehnten Organisationen umgeht. Das ist schwierig, wie die Diskussion zeigt, da zwei Grundwerte kollidieren: Linkfreiheit und Ablehnung (in diesem Fall rechts) estremer Positionen.

    Was tun?

    Ich bin trotzdem froh über die Debatte, weil sie sehr schön Argumente austausch und zu solch interessanten Blogbeiträgen führt, die wieder an unsere Ursprünge. erinnern.

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