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Das Motto des Webkongress Erlangen 2010

Das offizielle Motto vom Webkongress Erlangen 2010 lautet bekanntlich Lösungen – von der Theorie zur Praxis.

Auf der offiziellen Webseite wird dies folgendermaßen beschrieben:

„Die diesjährige Veranstaltung führt uns von der Theorie zur Praxis“, erläutert Wolfgang Wiese, Leiter des RRZE-Webteams und Initiator der Veranstaltungsreihe. „Auf den letzten beiden Kongressen wurde im Einzelnen gezeigt, was Barrierefreiheit im WWW bedeutet, wie sich Webangebote professionell und nutzerfreundlich konzipieren lassen und wie man Verfahren aus dem Web 2.0 sinnvoll umsetzen kann. Nun sollen Beispiele gezeigt werden, die dies auch tatsächlich tun.“ Waren die beiden vorherigen Kongresse stark auf technologische Details ausgerichtet, so sollen dieses Jahr mustergültige Lösungen aus verschiedenen Bereichen ganzheitlich präsentiert und analysiert werden. Insbesondere komplexe Webangebote, bei denen Funktionalitäten aus verschiedenen Anmelde-, Verwaltungs- oder Umfragesystemen kombiniert werden, sowie soziale Netzwerke oder große, differenzierte Webauftritte stehen im Mittelpunkt der Vorträge.

Alles klar? Natürlich nicht.
Denn eigentlich bedeutet dies alles und nichts. Es ist naturgemäß eine ziemliche Breite in der Thematik. Und natürlich sind das Texte, die -so ist es üblich und auch richtig- auch entsprechend ihres offiziellen Charakters redaktionell aufbereitet und formuliert sind.
Wobei ich natürlich hoffe, dass die Leute, die täglich im Web arbeiten, doch schon die Richtung verstanden haben, wohin der Kongress dieses mal will.

Hier in meinen privaten Blog, von dem ich weiss, daß hier fast nur reine Webworker mitlesen, darf ich mich jedoch etwas flapsiger ausdrücken. Wir sind ja hier quasi unter uns :)

Also nun etwas genauer zu dem was ich mir vorstelle.

Es gibt zwei inoffizielle Mottosprüche:

Der erste lautet:

„Zur Sache, Schätzchen!“

Das hatte ich hier schonmal beschrieben: Webteam-Blog: WKE 2010: Lösungen / Solutions
Also da wollen wir, dass wir jetzt mal sehen, was wirklich in einem realen, komplexen Projekt umgesetzt wurde oder umgesetzt wird.
Denn HTML5-, CSS3-, Barrierefreiheit- Vorträge gab es in den letzten Jahren ja nun wirklich einige. Ich weiss nicht wie es anderen da geht, aber ich hab da den Eindruck, dass auf vielen anderen Veranstaltungen immer nur dieselben Vorträge in nur kleinen Variationen neu aufgekocht werden. Zum x-ten mal kriegt man die tollen Bildchen zu sehen, die sich beim hovern plötzlich nur mit CSS drehen oder skalieren; oder man hört zum wiederholten mal wie wichtig Webstandards und APIs sind und was man damit im Beispielfalle machen kann.
Anhand von Beispielen wird gezeigt wie man Barrierefreiheit fördern kann oder wo die eben schlecht umgesetzt wurde. Eben Beispiele.

Und daraus kommt dann der zweite Spruch:


„Boah – wie habt ihr das geschafft?!“

Der größte Teil der Leute, die in den vergangenen Jahren zum Webkongress kamen sind ebenfalls Leute, die entweder selbst täglich mitten im Code stecken (sei es CSS, (x)HTML oder auch PHP, Perl oder andere Sprachen, oder auch die Systemadministration) oder Leute die darin selbst mal tätig waren und nun „ihre“ Leute in die richtige Richtung schieben müssen (manchmal/oft etwas traurig, dass man vor lauter organisieren und besprechen selbst immer weniger Zeit hat um selbst zu coden).

Kurzum: Diese Leute wissen dass die Klarsichtprospekte von PR-Menschen die erzählen, dass man mit ein paar Klicks und einem speziellen CMS oder einer Clusterlösung alle Probleme lösen kann, nicht wahr sind.
Um so mehr sieht man dann die Bruchstellen, wo es Probleme gibt.

Wie schafft man es zum Beispiel, nicht nur am ersten Tag des Relaunches eine tolle
Website zu haben, sondern dass diese auch in einem halben oder einem Jahr nach dem Relaunch noch genauso gut und sogar besser (wegen neuer Techniken oder Social Tools) ist.
Der Comic von Kopozky zeigt es in Bildern:
Comic der Lebensphasen eines Webdesigns wie es vom Designer erlebt wird
The Life and Death of Design, Lizenz: CC 2.0 BY NC ND
Wie schaffen Webworker es, daß sie bei den jeweiligen Webauftritt nicht genauso erschrocken werden, wie der Designer auf dem 3. Clip?

Wobei es natürlich nicht nur um das „Danach“ gehen kann, sondern auch um das „vorher“. Dazu wiederum hat Jens Grochtdreis heute ja auch einen netten Link getwittert: kunden.ausderhoelle.de

Auf den üblichen Kongressen, wo die PR-Leute von Agenturen und CMS-Herstellern ihre Produkte anpreisen, wird man davon nichts hören. Doch genau dieses sind die Dinge die interessant sind und von denen ich gern was auf dem Webkongress hören würde.

Ohje, Ich fürchte, ich hab nun alle vorher noch vorhandenen Klarheiten beseitigt?

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