Veranstaltungen Webworking

WebTech09 in Karlsruhe und Webkongress Erlangen 2010

Der zweite Tag der WebTech09 ging inzwischen zuende.
Den Abschluss des heutigen Tages bildete ein Adhoc-Talk von Tomas Caspers und Jens Grochtdreis in denen beide unter den Motto „Gute Seite, schlechte Seiten“, bzw „Die drei ??? und der untote Browser“ leger über Schatten und Licht im Web sprachen. Darunter waren im wesentlichen bekannte Beispiele aus der letzten BIENE und Negativbeispiele, die in den letzten Wochen und Monaten auffällig (Finanzamt Pirmasens und STERN-Relaunch).
Insgesamt war der gesamte Tag heute sehr gut. Zwar gab es viel bekanntes zu hören, aber auch sehr viel neues. So zum Beispiel auch die Optimierung des CSS-Codes bei SKIP-Links. (CSS-Eigenschaft „top: auto;“, anstelle auf „top: -999em;“ oder ähnlich, wie es auch für „left“ gilt.)

Bis auf das etwas störungsanfällige WLAN kann ich der Webtech bislang nur gute Noten geben. Sicher ist nicht jeder Vortragende sehr gut, manchen fehlte die Erfahrung um den Vortrag besser zu präsentieren, aber unterm Strich ist alles sehr zufriedenstellend.
Zwei Schlüsse ergeben sich für mich:

  1. Die WebTech wird zum Pflichttermin. Wenn sie nächstes Jahr wieder statt findet, bin ich dabei. Und wahrscheinlich werd ich mindestens ein(e) Kollegen(in) mitschleppen.
  2. Die WebTech kann und wird sich auf dem Niveau zum Top-Kongress beim Thema Webtechnologien entwicklen. Das hat direkt Konsequenzen auch auf den Webkongress Erlangen 2010. Wir von einer Uni ohne Budget und ohne entsprechende hauptamtlich für den Kongress tätige Mitarbeiter können selbst bei viel Goodwill von den Webkrauts da nicht gegen konkurrieren.
    Es ist daher vollkommen sinnlos, das selbe Thema abzudecken. Stattdessen müssen wir uns in Zielgruppe und Unterthemen etwas spezialisieren. (Was ich aber ohnehin vor hatte). Der Webkongress Erlangen(-Nürnberg) 2010 wird daher in der Zielgruppe sich viel mehr an Entscheider, Betreiber und Entwickler von Webauftritten und Webdiensten im öffentlichen Bereich wenden.
    Ein „Familientreffen“ der Webkrauts und der Webworker aus D, Österreich und der Schweiz ist zwar immer wieder schön, aber nunmal auf so einer Veranstaltung wie der Webtech besser aufgehoben.
    Jedenfalls wenn man bei den Webkrauts und den Webworkern primär auf diejenigen schaut die als Freiberufler oder für Agenturen arbeiten.
    Denn hierbei sollte nicht unerwähnt bleiben, daß es auch im universitären und öfentlich-rechtlichen Bereich sehr viele IT-Entwickler gibt. Diese kommen aber zu Veranstaltungen wie der Webtech und anderen Veranstaltungen eher selten.
    Genauso wenig wie die Webkrauts und die normalen Webworker viel selten zu Veranstaltungen aus dem universitären Bereich kommen. Beispiel: ZKI-AMH-Treffen der Webadministratoren oder den diversen Treffen von GI- und DFN-Arbeitsgruppen.
    Was auch kein Wunder ist, denn manche dieser Arbeitsgruppen leben in einem theoretischen Elfenbeinturm und haben sich somit teilweise längst von der Realität verabschiedet. So empfinde ich jedenfalls einige Methodiken und Ergebnisse von Arbeitsgruppen des ZKI. Ein Stichwort dazu: das starre Festhalten diverser Projektgruppen im ZKI an Shiobboleth als SSO-Lösung, während längst der Zug in Richtung OpenID abgefahren ist. Ein anderes Beispiel ist die Ignoranz und die aktive Verdrängungspolitik einiger beim Thema Barrierefreiheit. (Erst am letzten Freitag, als ich an der FU Hagen ein Vortrag hielt, musste ich von einem Vertreter einer anderen Uni hören, daß diese das Thema Barrierefreiheit mal bei Gelegenheit erörtern werden, ob sie das berücksichtigen können…)

    Beim Webkongress werde ich durch stärkere Fokussierung auf den universitären Bereich und den öffentlichen Dienst (so wie schon beim WKE2006) versuchen, diesen Bereich mehr zu locken. Somit soll es auch ein Ziel sein, diese beiden Gruppen (also die der Webentwickler aus Agenturen und Unternehmen und die derjenigen aus dem öffentlichen Dienst) zusammenzuführen. Beide Gruppen können dabei nur gewinnen.

Wieder zurück zur WebTech: Ein Kritikpunkt gibt es vielleicht doch: Die Vorträge gehen zu früh los. Und diese Meinung werden sicher einige Referenten teilen: Kaum jemand kommt schon um 9 Uhr um Vorträge anzuhören. Um diese Uhrzeit sitzen viele noch beim Frühstück oder sind in der Stadtbahn unterwegs.
Aber na gut, beim Webkongress ging es am zweiten Tag auch recht zeitig los. Was organisatorisch auch begründet ist: Man kriegt einfach sonst nicht alles rein in den Tag.
Mal schauen, was man da besser drehen kann.

Update/Ergänzung

Kleiner Hinweis, bzw. Bitte um Korrektur von Jens: „Die drei ???“ sollen nicht zu verwechselt werden mit den drei Fragezeichen aus einer gewissen Kinderbuchreihe (die viele von uns gelesen haben, es aber nicht zugeben würden). Stattdessen sollte es ausgesprochen werden: „Die drei Ampersands“. Und damit ist dann alles klar. Ja. Äh. :)

Update/Ergänzung 2

Es heisst natürlich auch schriftlich: „Die drei &&&“
Ich schieb mal den Fehler auf die üblichen UTF/CHARSET-Probleme …

  1. Pingback: Tweets die WebTech09 in Karlsruhe und Webkongress Erlangen 2010 - man bedim len? erwähnt -- Topsy.com

  2. Ich finde Deine Analyse sehr richtig. Vielen Dank dafür. Auch mit der neuen inhaltlichen Ausrichtung kann ich Dir die Unterstützung der Webkrauts anbieten.

    Du magst recht haben, daß in Universitäten und in Unternehmen noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Da ist ein inhaltlich sauber organisierter Kongress sehr hilfreich.

    Ich würde gerne an Hochschulen sowohl zu Studenten als auch zu Lehrkräften sprechen und noch viel wichtiger: ich würde gerne mit ihnen konkrete Beispiele durchgehen, um den Blick für Qualität zu schärfen. Ich habe leider keine Kontakte zu Hochschulen. Wenn Du magst komme ich bei Euch vorbei :-)

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